Lufthansa greift nach TAP Air Portugal. Konzernchef Carsten Spohr bereitet den offiziellen Einstieg in den Bieterprozess vor. Nach dem gestrigen 52-Wochen-Hoch bei 10,00 Euro legen Investoren am Mittwoch eine Pause ein.

Die Lufthansa Group ist bereit für den Einstieg in den Bieterwettbewerb. Der Konzern zielt auf einen Anteil von 44,9 Prozent an der staatlichen portugiesischen Airline. Das Paket wird aktuell mit bis zu 700 Millionen Euro bewertet.

Lufthansa konkurriert dabei direkt mit Air France-KLM. Bis Ende Juli 2026 müssen die Konkurrenten ihre verbindlichen Angebote einreichen. Eine finale Entscheidung der portugiesischen Regierung wird ab September erwartet.

Strategisch will Lufthansa die Fluggesellschaft in das bestehende Transatlantik-Bündnis integrieren. Gemeinsam mit United Airlines und Air Canada soll TAP die Marktposition Richtung Südamerika und Afrika stärken. Das Vorhaben gilt als wichtiger Baustein für die Expansion in Südeuropa.

Parallel dazu investiert die Gruppe in die Infrastruktur vor Ort. Die Tochter Lufthansa Technik baut ein neues Wartungszentrum bei Porto. Der Standort soll ab 2028 in Betrieb gehen und bis zu 700 neue Arbeitsplätze schaffen.

Für das zweite Quartal 2026 prognostizieren Experten solide Ergebnisse. Der Umsatz soll um 4,6 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro steigen. Analysten von mwb research rechnen mit einem operativen Gewinn von 290 Millionen Euro.

Hohe Treibstoffkosten in Höhe von 300 Millionen Euro belasteten das Ergebnis zuletzt spürbar. Hinzu kamen Streikauswirkungen, die der Konzern auf 150 Millionen Euro taxiert. Trotzdem halten Analysten Kursziele von bis zu 21 Euro für möglich.

Die Aktie notiert aktuell bei 9,76 Euro. Das entspricht einem Minus von 2,19 Prozent gegenüber dem Vortag. Charttechnisch gilt die Bewegung nach der starken Rallye seit Jahresbeginn als gesunde Konsolidierung.

Der RSI-Wert von 70,2 deutet auf eine kurzfristig überkaufte Lage hin. Dennoch bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt. Die Aktie handelt weiterhin deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 8,19 Euro.

Im operativen Bereich passt Lufthansa das Netz an. Die unrentable Verbindung zwischen Bremen und Frankfurt wurde zum 30. Juni eingestellt. Ab heute gelten zudem höhere Sätze bei der Luftverkehrsteuer, die das Preisgefüge auf Langstrecken um knapp 60 Euro verteuern.

Lufthansa muss nun bis zum Ende der Bieterfrist im Juli beweisen, dass die Übernahme von TAP operativ finanzierbar bleibt. Die Vorlage der detaillierten Quartalszahlen wird zeigen, wie stark die Treibstoffkosten die Marge tatsächlich drücken.