Lufthansa legte am Freitag im freundlichen Umfeld europäischer Reiseaktien um 3,9% zu. Reuters zufolge stützte die Hoffnung auf ein Ende des Nahostkonflikts und niedrigere Ölpreise den Sektor, dessen Index um 0,9 Prozent stieg. Der Bericht verknüpfte diese Erwartungen mit Verlusten der Republikaner bei den US-Wahlen, belegte aber keinen alleinigen Auslöser für den Kursanstieg der Lufthansa.
Treibstoffkosten prägen die Erwartungen
Wie stark die Treibstoffrechnung das Ergebnis belastet, zeigen die am Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen der Lufthansa. Im dritten Quartal 2026 erreichte der Umsatz 12,2 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis, von Lufthansa als Adjusted EBIT bezeichnet, betrug 1,4 Milliarden Euro.
Beide Kennzahlen übertrafen das Vorjahresquartal. Zugleich lagen die Treibstoffkosten nach Unternehmensangaben um 543 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.
Lufthansa senkte wegen der höheren Treibstoffkosten die Gewinnprognose und konkretisierte die erwartete Spanne für das Adjusted EBIT auf 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro. Die erwartete Treibstoffrechnung für das Gesamtjahr 2026 stieg auf 9,3 Milliarden Euro.
Analysten setzen unterschiedliche Schwerpunkte
Barclays stufte Lufthansa am Freitag von „Underweight“ auf „Equal Weight“ hoch und erhöhte das Kursziel von 7,50 auf 8,40 Euro. Analyst Andrew Lobbenberg begründete den Schritt mit erwarteten sinkenden Treibstoffkosten und robusterer Nachfrage. Bei Luftfracht und Asiengeschäft rechnet er zugleich mit einer schnelleren Normalisierung.
Bernstein Research hob das Kursziel am Freitag von 9 auf 9,50 Euro an und bestätigte „Market-Perform“. Analyst Alex Irving verwies auf besser als erwartete Quartalsergebnisse, zugleich jedoch auf die gesenkte Obergrenze der operativen Gewinnzielspanne. Für das Schlussquartal betonte er die Bedeutung der Ticketpreise.
Lufthansa kündigt die Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2026 für den 05.03.2027 an.
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