Exakt 100 Jahre nach den ersten Linienflügen lässt der Konzern heute mit Sonderflügen und einer Zeremonie am Hauptstadtflughafen BER die Sektkorken knallen. Auf dem Parkett herrscht hingegen nüchterne Realität. Eine deutliche Herabstufung durch Morgan Stanley und wachsende Sorgen um die Kerosinkosten legen einen schweren Schatten über den historischen Meilenstein der Fluggesellschaft.
Fehlender Schutz beim Kerosin
Auslöser der trüben Stimmung ist eine frische Analyse der US-Investmentbank Morgan Stanley. Die Experten senkten das Kursziel drastisch von 9,40 Euro auf 7,50 Euro und strichen ihre Kaufempfehlung. Der Hauptkritikpunkt liegt in der Treibstoff-Hedging-Strategie. Im direkten Vergleich mit europäischen Konkurrenten wie IAG oder Air France-KLM ist die Lufthansa deutlich schlechter gegen plötzliche Preissprünge beim Kerosin abgesichert.
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Dieser lückenhafte Puffer hat Folgen. Die Analysten kalkulieren, dass die Treibstoffeffekte das operative Ergebnis (EBITDA) im laufenden Jahr um rund 800 Millionen Euro drücken. Während die Konkurrenz lediglich mit Belastungen im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich rechnet, rutschen die Schätzungen für die Kranich-Airline um 17 Prozent ab.
Teure Umwege und Übernahmepläne
Erschwerend kommt die geopolitische Lage im Nahen Osten hinzu. Ausgesetzte Verbindungen nach Teheran oder Beirut kosten wertvollen Umsatz. Gleichzeitig treiben die notwendigen Umfliegungen der Krisengebiete den Kerosinverbrauch exakt in der Phase nach oben, in der der Preisabsicherung die Puste ausgeht.
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Parallel forciert das Management die Konsolidierung in Europa. Am vergangenen Donnerstag reichte der Konzern ein unverbindliches Angebot für Anteile an TAP Air Portugal ein. Ein Einstieg würde den lukrativen Zugang zum südamerikanischen Markt sichern. Marktbeobachter werten die hohen Investitionskosten für die Übernahme angesichts der steigenden operativen Ausgaben jedoch als riskanten finanziellen Spagat.
Charttechnisch hat sich das Bild durch den Rutsch von sechs Prozent unter die 200-Tage-Linie bereits eingetrübt. Anfang Mai legen die kommenden Quartalszahlen offen, in welchem Umfang das Management die höheren Treibstoffkosten über Ticketpreise an die Passagiere weiterreicht. Ein handfester Trost für Investoren bleibt bis dahin die geplante Dividende. Die vorgeschlagene Ausschüttung von 0,33 Euro je Anteilsschein federt den aktuellen Kursdruck mit einer Rendite von über vier Prozent zumindest teilweise ab.
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