Lufthansa Aktie: Analysten verderben Jubiläum

Morgan Stanley stuft Lufthansa-Aktie herab und warnt vor hohen Kerosinkosten. Die fehlende Preisabsicherung belastet das operative Ergebnis um rund 800 Millionen Euro.

Lufthansa Aktie
Kurz & knapp:
  • Kursziel von Morgan Stanley deutlich gesenkt
  • Hohe Belastung durch fehlendes Kerosin-Hedging
  • Übernahmepläne für TAP Air Portugal laufen
  • Dividende von 0,33 Euro je Aktie geplant

Exakt 100 Jahre nach den ersten Linienflügen lässt der Konzern heute mit Sonderflügen und einer Zeremonie am Hauptstadtflughafen BER die Sektkorken knallen. Auf dem Parkett herrscht hingegen nüchterne Realität. Eine deutliche Herabstufung durch Morgan Stanley und wachsende Sorgen um die Kerosinkosten legen einen schweren Schatten über den historischen Meilenstein der Fluggesellschaft.

Fehlender Schutz beim Kerosin

Auslöser der trüben Stimmung ist eine frische Analyse der US-Investmentbank Morgan Stanley. Die Experten senkten das Kursziel drastisch von 9,40 Euro auf 7,50 Euro und strichen ihre Kaufempfehlung. Der Hauptkritikpunkt liegt in der Treibstoff-Hedging-Strategie. Im direkten Vergleich mit europäischen Konkurrenten wie IAG oder Air France-KLM ist die Lufthansa deutlich schlechter gegen plötzliche Preissprünge beim Kerosin abgesichert.

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Dieser lückenhafte Puffer hat Folgen. Die Analysten kalkulieren, dass die Treibstoffeffekte das operative Ergebnis (EBITDA) im laufenden Jahr um rund 800 Millionen Euro drücken. Während die Konkurrenz lediglich mit Belastungen im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich rechnet, rutschen die Schätzungen für die Kranich-Airline um 17 Prozent ab.

Teure Umwege und Übernahmepläne

Erschwerend kommt die geopolitische Lage im Nahen Osten hinzu. Ausgesetzte Verbindungen nach Teheran oder Beirut kosten wertvollen Umsatz. Gleichzeitig treiben die notwendigen Umfliegungen der Krisengebiete den Kerosinverbrauch exakt in der Phase nach oben, in der der Preisabsicherung die Puste ausgeht.

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Parallel forciert das Management die Konsolidierung in Europa. Am vergangenen Donnerstag reichte der Konzern ein unverbindliches Angebot für Anteile an TAP Air Portugal ein. Ein Einstieg würde den lukrativen Zugang zum südamerikanischen Markt sichern. Marktbeobachter werten die hohen Investitionskosten für die Übernahme angesichts der steigenden operativen Ausgaben jedoch als riskanten finanziellen Spagat.

Charttechnisch hat sich das Bild durch den Rutsch von sechs Prozent unter die 200-Tage-Linie bereits eingetrübt. Anfang Mai legen die kommenden Quartalszahlen offen, in welchem Umfang das Management die höheren Treibstoffkosten über Ticketpreise an die Passagiere weiterreicht. Ein handfester Trost für Investoren bleibt bis dahin die geplante Dividende. Die vorgeschlagene Ausschüttung von 0,33 Euro je Anteilsschein federt den aktuellen Kursdruck mit einer Rendite von über vier Prozent zumindest teilweise ab.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.