Ausgerechnet zur Vorlage des Geschäftsberichts trifft die Lufthansa eine unangenehme Ballung an Risiken. Der Konzern muss Flugpläne wegen der Nahost-Eskalation umwerfen, gleichzeitig spitzt sich ein Pilotenstreit bei CityLine zu. Und als dritter Faktor steigen die Kerosinkosten – eine Mischung, die Anleger selten mögen.
Entscheidend ist jetzt, wie belastbar die Ertragsbasis 2025 war und welchen Ausblick das Management für 2026 liefert: Reicht die operative Stärke, um diese Störungen abzufedern?
Nahost-Konflikt zwingt zu Umwegen und Streichungen
Die militärische Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran zwingt den Konzern zu harten Einschnitten im Streckennetz. Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bleiben bis mindestens 8. März gestrichen. Zusätzlich meidet die Lufthansa-Gruppe den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate bis Freitag vollständig.
Die Folgen gehen über einzelne Destinationen hinaus. Auf vielen Europa-Asien-Routen werden Umwege nötig. Das bedeutet längere Flugzeiten, mehr Kerosinverbrauch und zusätzliche Verspätungen, die sich durch das Netz ziehen. Betroffen sind alle Konzern-Airlines – von Lufthansa und SWISS bis Eurowings und ITA Airways.
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Für Passagiere gibt es eine klare Regelung: Tickets, die am oder vor dem 1. März 2026 ausgestellt wurden und deren ursprüngliches Reisedatum bis zum 15. März 2026 reicht, können kostenlos auf andere Lufthansa-Group-Flüge bis zum 31. März 2026 umgebucht oder erstattet werden (sofern der Flug nicht bereits annulliert wurde). Parallel organisiert Lufthansa im Auftrag der Bundesregierung Evakuierungsflüge; ein Airbus A340-300 soll unter anderem Kinder, Kranke und Schwangere nach Deutschland ausfliegen.
CityLine-Piloten erhöhen den Druck
Neben der geopolitischen Lage schwelt ein hausgemachtes Problem: Bei der Regionaltochter Lufthansa CityLine stimmten die Piloten mit 99% für Streikmaßnahmen. Die Vereinigung Cockpit fordert jährliche Gehaltserhöhungen von 3,3%, das Management lehnt diese Forderung bislang ab. Konkrete Streiktermine gibt es noch nicht – die Drohkulisse bleibt dennoch real, weil CityLine den Zubringerverkehr zu den Drehkreuzen Frankfurt und München trägt.
Wie empfindlich das werden kann, zeigte ein früherer Pilotenstreik bei der Kerngesellschaft: Damals fielen mehr als 800 Flüge aus, rund 100.000 Passagiere waren betroffen. Der zugrundeliegende Tarifkonflikt ist weiterhin ungelöst.
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Kein DAX-Aufstieg, Aktie mit kurzer Schwächephase
Zusätzlicher Gegenwind kam diese Woche aus Frankfurt: Die Deutsche-Börse-Tochter ließ die DAX-Zusammensetzung zum 23. März 2026 unverändert. Damit bleibt die Lufthansa weiter außerhalb des Leitindex – und ein möglicher Nachfrageimpuls durch indexnachbildende Fonds fällt vorerst weg.
Am Markt zeigt sich der Druck bereits: Der Schlusskurs lag gestern (Donnerstag) bei 8,23 Euro. In den vergangenen sieben Tagen verlor die Aktie 8,94% und notiert damit auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,84 Euro. Gleichzeitig bleibt sie mit 3,41% Abstand noch über der 200-Tage-Linie (7,96 Euro) – das Bild wirkt damit eher wie eine abkühlende Aufwärtsbewegung als ein kompletter Trendbruch.
Unterm Strich wird der Geschäftsbericht 2025 heute zur wichtigen Standortbestimmung. Nach dem starken dritten Quartal 2025 (Umsatz 11,2 Mrd. Euro; Adjusted EBIT 1,3 Mrd. Euro; Marge 11,9%) dürfte der Fokus vor allem auf der Guidance für 2026 liegen – und darauf, wie Lufthansa operative Flexibilität bei geopolitischen Störungen und einem schwelenden Tarifkonflikt konkret einpreist.
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