Lufthansa Aktie: Historischer Doppelschlag

Die Lufthansa Group reagiert auf explodierende Kerosinpreise und Streiks mit einem drastischen Abbau ihrer Flotte. Die Aktie gewinnt trotz der doppelten Krise an Boden.

Lufthansa Aktie
Kurz & knapp:
  • Sofortige Stilllegung der Tochter CityLine
  • Ausmusterung von 27 Regionaljets und Langstreckenflugzeugen
  • Kerosinpreise haben sich mehr als verdoppelt
  • Aktie durchbricht wichtige 200-Tage-Linie

Streiks am Boden, Kerosinmangel in der Luft — die Lufthansa navigiert durch eine beispiellose Krisenmischung. Der Konzern reagiert nun mit einem harten Schnitt bei der eigenen Flotte. An der Börse honorieren Investoren das konsequente Durchgreifen.

Radikaler Flotten-Umbau

Die Lufthansa Group nimmt ihre Tochtergesellschaft CityLine mit sofortiger Wirkung aus dem Flugbetrieb. Parallel dazu mustert der Konzern sämtliche Regionaljets vom Typ Canadair aus. Diese 27 Maschinen standen ohnehin vor dem Ende ihrer Lebensdauer und verursachten zu hohe Betriebskosten.

Bis zum Herbst verschwinden die letzten vier Airbus A340 sowie zwei Boeing 747 aus dem Bestand. Im kommenden Winterflugplan streicht das Management weitere Kurzstreckenkapazitäten.

Auslöser für diesen Kahlschlag sind explodierende Kosten. Die Kerosinpreise haben sich seit Ausbruch des Iran-Krieges mehr als verdoppelt. Zwar ist der Treibstoffbedarf der Passagier-Airlines zu rund 80 Prozent preislich abgesichert. Das verbleibende Fünftel muss der Kranich-Konzern nun zu den drastisch gestiegenen Marktpreisen einkaufen.

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Treibstoffmangel trifft Streikwelle

Die europäische Luftfahrt blickt besorgt auf die Kerosin-Reserven. Laut der Internationalen Energieagentur reichen die Bestände in Europa nur noch für etwa sechs Wochen. Hält die Sperrung der Straße von Hormus an, drohen laut dem Airline-Verband IATA bereits Ende Mai erste Flugausfälle.

Am morgigen Montag berät das Bundeswirtschaftsministerium mit Versorgern und Airlines über mögliche Gegenmaßnahmen.

Zusätzlich belasten massive Arbeitskämpfe die Bilanz. Allein Mitte April fielen über 1.000 Flüge aus, weil Piloten und Kabinenpersonal die Arbeit niederlegten. Die Eurowings-Piloten beendeten ihren Ausstand am Freitag zwar vorläufig. Der zugrundeliegende Streit um die Altersversorgung bleibt ungelöst.

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Aktie überwindet Widerstand

An der Börse sorgte das harte Sparprogramm zuletzt für Auftrieb. Die Lufthansa-Aktie schloss am Freitag mit einem Plus von 3,2 Prozent bei 8,07 Euro. Damit durchbrach das Papier die viel beachtete 200-Tage-Linie nach oben.

Auf Jahressicht steht ein Kursgewinn von gut 30 Prozent auf der Tafel. Seit Januar verbucht der Titel indes ein Minus von knapp sechs Prozent.

Am 6. Mai präsentiert der Vorstand den Zwischenbericht für das erste Quartal. Sechs Tage später treten die Aktionäre zur Hauptversammlung in Frankfurt zusammen. Dort muss das Management erklären, wie es die Lücke bei der Kerosinversorgung schließen will.

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