Lufthansa Aktie: Krisenmodus

Die Lufthansa-Gruppe streicht über 3.400 Flüge und muss Langstrecken umleiten, was zu hohen Zusatzkosten führt. Die Aktie verliert deutlich vor der Veröffentlichung der Jahreszahlen.

Lufthansa Aktie
Kurz & knapp:
  • Über 3.400 gestrichene Flüge binnen einer Woche
  • Massive Umleitungen erhöhen Kerosinverbrauch erheblich
  • Aktienkurs verliert am Montag über fünf Prozent
  • Jahreszahlen am Freitag als wichtiger Stimmungstest

Der Nahost-Konflikt eskaliert – und zwingt Europas größte Airline-Gruppe zu einem drastischen Schritt. Über 3.400 Flüge fallen binnen einer Woche aus, Langstrecken werden massiv umgeleitet, die Kerosinrechnung explodiert. Das Timing könnte kaum ungünstiger sein: Am Freitag legt Lufthansa die Jahreszahlen vor. Die Aktie verlor am Montag über fünf Prozent.

Größter Rückzug seit Pandemie-Beginn

Nach militärischen Angriffen zwischen den USA, Israel und dem Iran war Lufthansa eine der ersten europäischen Airlines, die am 1. März den Flugbetrieb in den Persischen Golf einstellte. Weiträumige Luftraumsperrungen machten ein Weiterfliegen unmöglich.

Die betroffenen Destinationen: Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam, Teheran – allesamt bis mindestens 8. März gestrichen. Auch Dubai und Abu Dhabi sind bis einschließlich 4. März nicht ansteuerbar. Betroffen sind sämtliche Konzern-Airlines: Lufthansa, SWISS, Austrian, Brussels Airlines, ITA Airways und Eurowings.

Der Umfang übertrifft frühere Krisen deutlich. Während bei vergangenen Eskalationen einzelne Routen ausgesetzt wurden, handelt es sich diesmal um den massivsten gleichzeitigen Rückzug aus der Region seit 2020. Crewrotationen müssen kurzfristig neu organisiert, Flugzeuge anders eingesetzt werden.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Lufthansa?

Umwege kosten Zeit und Treibstoff

Langstreckenverbindungen aus Frankfurt, München und Düsseldorf, die normalerweise über den Golf führen, nehmen nun nördliche Routen über die Türkei und den Kaukasus. Die Folge: bis zu zwei Stunden zusätzliche Flugzeit pro Rotation und mehrere Tonnen Kerosin-Mehrverbrauch.

Auch die Fracht ist betroffen. Frachter nach Sharjah und Bahrain werden über das Rote Meer und Griechenland umgeleitet – mit entsprechenden Kostenfolgen.

Doppelschlag: Gesperrte Routen, teure Energie

Die Lage trifft Lufthansa zur Unzeit. Während gesperrte Lufträume operative Lücken im Flugplan reißen, steigen die Kerosinpreise infolge des Ölpreis-Sprungs deutlich. Die Marge gerät von beiden Seiten unter Druck.

Bereits durch den Ukraine-Krieg vom russischen Luftraum abgeschnitten, sieht sich die Airline-Gruppe nun einer Kumulation geopolitischer Risiken gegenüber. Streckennetz und Kostenstruktur werden gleichzeitig belastet – ein Szenario, das operative Flexibilität fordert, aber finanziell kaum zu kompensieren ist.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Lufthansa?

Aktie büßt über fünf Prozent ein

Die Lufthansa-Aktie stand am Montag massiv unter Druck. Vorbörslich hatte der Titel rund zwölf Prozent verloren, im XETRA-Handel schloss er bei 8,61 Euro – ein Minus von 5,22 Prozent. Ein weiterer Rückschlag im Rennen um eine mögliche DAX-Rückkehr.

Branche im Ausnahmezustand

Lufthansa steht nicht allein. American Airlines, Air France, Turkish Airlines, KLM, IndiGo und LOT Polish überarbeiten laufend ihre Flugpläne. Tausende internationale Flüge wurden am Wochenende und Montag gestrichen, Hunderttausende Reisende sitzen fest – Touristen, Geschäftsleute, Pilger.

Betroffene Passagiere können kostenfrei umbuchen oder erhalten den vollen Ticketpreis zurück. Der Konzern steht in engem Austausch mit dem Auswärtigen Amt und der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA).

Jahreszahlen als Stimmungstest

Am 6. März legt Lufthansa die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 vor. Analysten erwarten gespannt, welche Aussagen das Management zur finanziellen Ausgangslage und den möglichen Belastungen im ersten Quartal 2026 macht. Die Streichungen erfolgen wenige Wochen vor der Hauptversammlung – und dürften das Q1-Ergebnis belasten.

Wann sich die Lage normalisiert, hängt vom weiteren Konfliktverlauf ab. Eine Wiedereröffnung des Luftraums für den zivilen Flugbetrieb ist derzeit nicht absehbar. Die Veröffentlichung der Jahreszahlen dürfte zumindest Aufschluss darüber geben, mit welcher operativen und finanziellen Basis Lufthansa in diese turbulente Phase gestartet ist.

Lufthansa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lufthansa-Analyse vom 3. März liefert die Antwort:

Die neusten Lufthansa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lufthansa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Lufthansa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Lufthansa

Lufthansa Jahresrendite