Der Lufthansa-Konzern kämpft derzeit an zwei Fronten gleichzeitig: Ein laufender Pilotenstreik lähmt den Betrieb an den Heimatdrehkreuzen, während der Krieg im Iran den Flugbetrieb Richtung Nahost und Golf weiter einschränkt. Für Anleger stellt sich die Frage, wie schwer diese Belastungen wirklich wiegen.
Streik und Streichungen
Heute ist der erste Tag des zweitägigen Pilotenstreiks. An den Drehkreuzen Frankfurt und München fallen Hunderte Flüge aus – allein in Frankfurt betrifft es rund 400 von gut 1.100 geplanten Bewegungen, in München rund 230 von etwa 800. Die streikende Vereinigung Cockpit meldet eine höhere Beteiligung als erwartet: Mehr als 75 Prozent der Kurzstrecken- und über 70 Prozent der Langstreckenflüge sollen ausgefallen sein. Das Unternehmen selbst widerspricht dieser Darstellung und bekräftigt, sein Programm laufe planmäßig.
Gestritten wird bei der Kerngesellschaft und bei Lufthansa Cargo vor allem um höhere Betriebsrenten, bei der Regionaltochter Cityline um Gehaltserhöhungen. Ein neues Angebot des Managements lag zum Streikbeginn nicht vor. Es ist bereits die zweite Streikwelle – vor rund einem Monat hatten auch die Kabinencrews mitgemacht, was damals zu rund 800 täglichen Ausfällen geführt hatte.
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Golkrise als überschätztes Risiko?
Parallel dazu bleiben sämtliche Konzernflüge nach Dubai mindestens bis zum 28. März gestrichen – eine Verlängerung gegenüber der bisherigen Aussetzung bis Mitte März. Auch Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Teheran und mehrere weitere Golfziele sind bis in den April hinein ausgesetzt. Damit steht Lufthansa nicht allein: Zahlreiche internationale Carrier haben ihr Nahost-Programm ähnlich stark reduziert.
Entscheidend für die Bewertung ist jedoch das tatsächliche Exposure. Der Anteil des Golfraums am Gesamtgeschäft ist überschaubar, und 82 Prozent des Kerosinbedarfs für 2026 sind bereits abgesichert. Kurskorrekturen durch den Konflikt sind daher eher kosmetischer Natur.
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Bewertung bleibt attraktiv
Beide Belastungsfaktoren – Streik und Golkrise – sind kurzfristiger Natur. Die operative Ertragsprognose für 2026 sieht ein EBIT von 2,3 Milliarden Euro vor, was einem Anstieg von rund 19 Prozent entspräche. Auf dieser Basis ergibt sich für 2026 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 6, für 2027 sogar von rund 5. Das ist eine niedrige Bewertung für einen Konzern, dessen mittelfristige Wachstumsperspektive intakt scheint.
Das strukturell größere Risiko bleibt die Personalkosten-Entwicklung. Aktuell hält die Pilotengewerkschaft in weiten Teilen noch die Ruhe – doch die Märkte haben bereits deutliche Lohnanhebungen in ihre Schätzungen eingepreist. Sollte der aktuelle Tarifkonflikt eskalieren oder sich der Golfkonflikt über März hinaus ausdehnen, bietet sich im Bereich um 6,80 bis 7,00 Euro ein möglicher Nachkaufbereich an.
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