Lufthansa Aktie: Spohr greift durch!

Piloten- und Kabinenpersonalstreiks legen Flugbetrieb lahm. Konzernchef Spohr setzt auf Konfrontation und beschleunigt den Ausbau kostengünstigerer Tochtergesellschaften.

Lufthansa Aktie
Kurz & knapp:
  • Streiks legen Drehkreuze Frankfurt und München lahm
  • Management nutzt Ausfälle für strategische Neuausrichtung
  • Aktienkurs verliert seit Jahresbeginn über neun Prozent
  • Rekordgewinn steht geplantem Stellenabbau gegenüber

Pünktlich zur 100-Jahr-Feier der Lufthansa legen gleich zwei Gewerkschaften den Flugbetrieb nahezu lahm. Während die Piloten streiken, kündigt das Kabinenpersonal bereits die nächste Welle an. Konzernchef Carsten Spohr wählt indes die direkte Konfrontation.

Drehkreuze im Stillstand

Der aktuelle Ausstand der Vereinigung Cockpit sorgt für leere Terminals. In Frankfurt fielen am Montag über 570 Flüge aus. München meldete 710 Absagen. Lediglich ein Drittel der Kurzstrecken findet aktuell überhaupt statt. Am Mittwoch und Donnerstag übernimmt dann die Kabinengewerkschaft UFO das Zepter. Ausgerechnet am Tag des großen Firmenjubiläums, zu dem auch Bundeskanzler Friedrich Merz anreist, drohen nun massive Protestkundgebungen.

Der strategische Kernkonflikt

Hinter den Kulissen tobt ein harter Richtungsstreit. Das Management nimmt die aktuellen Ausfälle ganz bewusst in Kauf. Spohr betonte, ein reduziertes Angebot sei wirtschaftlich sinnvoller als dauerhaft zu hohe Kostenstrukturen. Personalvorstand Michael Niggemann wies Forderungen nach einer Verdopplung der betrieblichen Altersversorgung als schlichtweg „absurd“ zurück. Der Konzern baut parallel dazu kostengünstigere Einheiten wie City Airlines und Discover zügig aus. Die Warnung des Vorstands ist deutlich: Jeder Streik verkleinere die klassische Kernmarke weiter.

Rekordgewinne vs. Stellenabbau

Die verhärteten Fronten hinterlassen Spuren auf dem Parkett. Nach einem schwachen Wochenstart schloss das Papier am Montag bei 7,77 Euro. Damit summiert sich der Verlust seit Jahresbeginn auf über neun Prozent. Die Arbeitnehmervertreter verweisen derweil auf die vollen Kassen. Immerhin verzeichnete die Airline im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 einen Rekordumsatz von knapp 40 Milliarden Euro sowie einen Nettogewinn von 1,34 Milliarden Euro. Dem gegenüber steht allerdings der strikte Plan des Managements, bis 2030 rund 4.000 Verwaltungsstellen abzubauen.

Ein schnelles Ende des Tarifkonflikts zeichnet sich nicht ab. Eine anhaltende Streikwelle bis in das wichtige Sommerquartal hinein würde die Profitabilität der Kernmarke empfindlich treffen. Zudem liefert genau diese Eskalation dem Management die argumentative Vorlage, den Flottenausbau bei den günstigeren Tochtergesellschaften noch schneller voranzutreiben.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.