Pünktlich zur 100-Jahr-Feier der Lufthansa legen gleich zwei Gewerkschaften den Flugbetrieb nahezu lahm. Während die Piloten streiken, kündigt das Kabinenpersonal bereits die nächste Welle an. Konzernchef Carsten Spohr wählt indes die direkte Konfrontation.
Drehkreuze im Stillstand
Der aktuelle Ausstand der Vereinigung Cockpit sorgt für leere Terminals. In Frankfurt fielen am Montag über 570 Flüge aus. München meldete 710 Absagen. Lediglich ein Drittel der Kurzstrecken findet aktuell überhaupt statt. Am Mittwoch und Donnerstag übernimmt dann die Kabinengewerkschaft UFO das Zepter. Ausgerechnet am Tag des großen Firmenjubiläums, zu dem auch Bundeskanzler Friedrich Merz anreist, drohen nun massive Protestkundgebungen.
Der strategische Kernkonflikt
Hinter den Kulissen tobt ein harter Richtungsstreit. Das Management nimmt die aktuellen Ausfälle ganz bewusst in Kauf. Spohr betonte, ein reduziertes Angebot sei wirtschaftlich sinnvoller als dauerhaft zu hohe Kostenstrukturen. Personalvorstand Michael Niggemann wies Forderungen nach einer Verdopplung der betrieblichen Altersversorgung als schlichtweg „absurd“ zurück. Der Konzern baut parallel dazu kostengünstigere Einheiten wie City Airlines und Discover zügig aus. Die Warnung des Vorstands ist deutlich: Jeder Streik verkleinere die klassische Kernmarke weiter.
Rekordgewinne vs. Stellenabbau
Die verhärteten Fronten hinterlassen Spuren auf dem Parkett. Nach einem schwachen Wochenstart schloss das Papier am Montag bei 7,77 Euro. Damit summiert sich der Verlust seit Jahresbeginn auf über neun Prozent. Die Arbeitnehmervertreter verweisen derweil auf die vollen Kassen. Immerhin verzeichnete die Airline im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 einen Rekordumsatz von knapp 40 Milliarden Euro sowie einen Nettogewinn von 1,34 Milliarden Euro. Dem gegenüber steht allerdings der strikte Plan des Managements, bis 2030 rund 4.000 Verwaltungsstellen abzubauen.
Ein schnelles Ende des Tarifkonflikts zeichnet sich nicht ab. Eine anhaltende Streikwelle bis in das wichtige Sommerquartal hinein würde die Profitabilität der Kernmarke empfindlich treffen. Zudem liefert genau diese Eskalation dem Management die argumentative Vorlage, den Flottenausbau bei den günstigeren Tochtergesellschaften noch schneller voranzutreiben.
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