Während die Lufthansa-Aktie unter Druck bleibt, setzt der Konzern operativ ein neues Kapitel: Seit Mittwoch fliegt der erste Airbus A320neo der Lufthansa mit kostenfreiem Starlink-Highspeed-Internet an Bord. Der Dienst „Lufthansa Group Wi-Fi“ soll schrittweise auf Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines und Brussels Airlines ausgeweitet werden. Bis 2029 will die Gruppe den Rollout auf die gesamte Flotte abgeschlossen haben.
Die Investition in besseres Bordentertainment fällt in eine Phase, in der Anleger vor allem auf die Zahlen schauen. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 7,85 Euro und notiert damit rund ein Viertel unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,27 Euro. Der jüngste Kursverlauf spiegelt vor allem die Ergebnisentwicklung der vergangenen Wochen wider.
Gesenkte Gewinnprognose belastet die Aktie
Anfang August hatte Lufthansa nach den Zahlen zum zweiten Quartal und zum ersten Halbjahr 2026 die Prognose für das Gesamtjahr gekappt. Statt eines bereinigten EBIT deutlich über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro rechnet der Konzern nun nur noch mit 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro.
Laut Reuters belasteten höhere Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs sowie Streiks das Ergebnis – die Aktie sei nach der Meldung deutlich gefallen. Der Kurs verlor in den vergangenen 30 Tagen 12 Prozent, ein Rückgang, der die Nervosität der Investoren rund um die Gewinnwarnung erkennen lässt.
Am Tag der Zahlen reagierten mehrere Analysehäuser mit Anpassungen. Barclays Capital senkte das Kursziel für Lufthansa von 7,75 auf 7,50 Euro und beließ die Einstufung auf „Underweight“. Weitere Häuser äußerten sich in einer Bandbreite zwischen skeptischen und neutralen Einschätzungen, ohne dass sich daraus ein einheitliches Bild ergab – die Skepsis gegenüber der kurzfristigen Ergebnisentwicklung überwog jedoch.
Tarifkonflikt entschärft, operative Herausforderungen bleiben
Immerhin einen Belastungsfaktor konnte Lufthansa zuletzt entschärfen: Der Konzern einigte sich mit der Vereinigung Cockpit auf ein Schlichtungs- und Mediationsverfahren für Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo, Lufthansa CityLine und Eurowings. Damit sinkt kurzfristig das Risiko neuer Pilotenstreiks, die zuletzt zu den Belastungsfaktoren für das Halbjahresergebnis zählten.
Auch flottenseitig bewegt sich etwas: SWISS plant laut Medienberichten, die Airbus-Flotte am Genfer Standort für den Sommer 2027 anzupassen. Solche strukturellen Anpassungen zeigen, dass der Konzern parallel zur Kostendisziplin auch an der langfristigen Netzwerkplanung arbeitet.
Für Anleger bleibt die Gemengelage ambivalent. Der Start des Starlink-Dienstes ist ein Signal, dass Lufthansa trotz gedämpfter Gewinnaussichten in Produktqualität investiert und den Wettbewerb um Passagiere nicht aufgibt. Die kurzfristige Kursentwicklung dürfte jedoch weiter von der Frage dominiert werden, ob die gesenkte EBIT-Prognose tatsächlich der untere Rand der Belastungen war oder ob weitere Kostenschocks folgen.
Lufthansa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lufthansa-Analyse vom 20. August liefert die Antwort:
Die neusten Lufthansa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lufthansa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Lufthansa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

