Hunderte Jets am Boden, zehntausende gestrandete Passagiere und leere Terminals – bei Deutschlands größter Airline herrscht heute Ausnahmezustand. Zwei Gewerkschaften legen den Flugbetrieb gleichzeitig lahm. Die Forderungen: höhere Betriebsrenten für Piloten und Jobgarantien für Kabinenpersonal. Doch während die Crews streiken, bleibt die Aktie erstaunlich stabil.
Doppelschlag trifft Frankfurt hart
Der ganztägige Arbeitskampf läuft nach Plan. „Der Streik läuft, wie wir es erwartet haben“, bestätigt Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger am Frankfurter Flughafen. Dort sind heute hunderte Starts und Landungen gestrichen – genaue Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Der Flughafenverband ADV schätzt die Auswirkungen auf über 460 ausgefallene Flüge mit 69.000 betroffenen Passagieren deutschlandweit.
Besonders drastisch zeigt sich die Lage im Terminal A in Frankfurt, das ausschließlich von Lufthansa genutzt wird. Deutlich leerer als sonst, berichten die Betreiber. Während andere Airlines normal weiterfliegen, stauen sich bei Lufthansa die Warteschlangen an den Umbuchungsschaltern. Erst für Freitag rechnet die Airline mit einer Rückkehr zum normalen Flugplan.
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Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit meldet hohe Beteiligung. „Wir sehen in Frankfurt eine sehr gute Beteiligung“, sagt VC-Präsident Andreas Pinheiro. Seine Botschaft an das Management: „Was wir brauchen, ist ein neues Angebot. Die Lufthansa hat sich nicht gemeldet.“
Worum es wirklich geht
Die rund 4.800 Piloten fordern höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Eine Urabstimmung mit deutlicher Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen liegt bereits seit Herbst vor. Die Gewerkschaft hatte bislang auf einen Streik verzichtet – bis jetzt.
Die Kabinengewerkschaft Ufo kämpft parallel für knapp 20.000 Beschäftigte. Ihr Ziel: Verhandlungen über Tarifverträge bei der Kerngesellschaft und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Hintergrund sind rund 800 bedrohte Arbeitsplätze durch die Konzernstrategie. Ufo will einen tariflichen Sozialplan aushandeln, den das Management bisher ablehnt. Anders als die Piloten führt Ufo einen Warnstreik ohne vorherige Urabstimmung durch.
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Management sieht keine Verhandlungsspielräume
Personalvorstand Michael Niggemann kritisiert die Aktionen scharf: „völlig unnötige Eskalation“. Die Gewerkschaftsforderungen würden zu weiteren starken Kostensteigerungen führen – ausgerechnet bei der Kerngesellschaft, wo es keinerlei Spielraum gebe. Der Hintergrund: Die größte Airline des Konzerns rutschte 2024 in die Verlustzone. Ein Sanierungsprogramm namens „Turnaround“ soll das Ruder herumreißen.
Die Eskalationsspirale könnte sich weiterdrehen. VC-Präsident Pinheiro schließt weitere Streiks nicht aus: „Als Gewerkschaft haben wir nicht viele Mittel außer dem Arbeitskampf. Wenn es kein Angebot gibt, dreht sich die Eskalationsspirale immer weiter.“
Am 6. März legt der MDAX-Konzern neue Zahlen vor – auch zum Fortschritt des Turnaround-Programms. Bis dahin dürften Anleger genau beobachten, ob die Gewerkschaften und das Management aufeinander zugehen. Die Aktie jedenfalls zeigt sich vom Chaos an den Flughäfen unbeeindruckt und notiert zeitweise sogar leicht im Plus.
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