Die Deutsche Lufthansa bekommt Rückenwind von der Schweizer Großbank UBS. Analyst Jarrod Castle hat das Kursziel für die Aktie von 9,60 auf 11,00 Euro angehoben und bleibt bei „Buy“. Das ist eine deutliche Ansage – zumal das Papier am Freitag bei 9,97 Euro notierte und damit nur noch gut ein Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 10,09 Euro liegt.

Warum die UBS optimistischer wird

Castle räumt ein, dass das bereinigte Ebit im zweiten Quartal rückläufig sein dürfte. Sein Optimismus speist sich aus anderen Faktoren: Günstigere Kerosinkosten und steuerliche Effekte verbessern seine Gewinnprognose je Aktie spürbar.

Das Management selbst erwartet für das Gesamtjahr 2026 ein Ebit deutlich über Vorjahresniveau. Auch Bernstein Research sieht Fortschritte, bleibt aber bei „Market-Perform“ und einem Kursziel von 7,90 Euro. Analyst Alex Irving lobt vor allem das neue „Allegris“-Produkt – Lufthansa hole damit im margenstarken Premium-Segment Boden gut.

Nachhaltiger Schub durch Deutsche-Bank-Deal

Parallel dazu läuft das Geschäft mit nachhaltigen Flugkraftstoffen (SAF) an. Die Deutsche Bank investiert in rund 1.600 Tonnen SAF bei der Lufthansa Group. Das reicht für etwa 520 Flüge zwischen Frankfurt und London mit einem Airbus A320neo und vermeidet rund 5.500 Tonnen CO2.

Bereits im Vorjahr investierten über 1.700 Unternehmen in solche Angebote. Für Lufthansa ist das ein wachsender Geschäftszweig – und ein Signal, dass sich das Engagement in grüne Technologien langsam auszahlt.

Technische Warnsignale trotz starker Performance

Die Aktie liegt mit einem RSI von 73,1 Punkten im überkauften Bereich. Auf 30-Tage-Sicht steht ein Plus von 20,41 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt von 8,43 Euro wird um 18 Prozent übertroffen. Die Dynamik ist beeindruckend, aber das Risiko einer technischen Gegenbewegung steigt.

Offiziell erwartet der Markt die Quartalszahlen im August. Dann zeigt sich, ob die operative Kostenbelastung durch Premium-Wachstum und sinkende Treibstoffpreise tatsächlich kompensiert wird. Die UBS jedenfalls setzt darauf.