Zwei Zwischenfälle binnen weniger Stunden, zwei umgeleitete Maschinen, hunderte betroffene Passagiere — für Lufthansa war das vergangene Wochenende alles andere als ruhig. Die Aktie selbst zeigte sich davon kaum beeindruckt.
Zunächst musste ein Flug von Frankfurt nach Lissabon wegen einer brennenden Powerbank ins französische Lyon ausweichen. Das Gerät eines Fluggasts hatte sich am Sitz entzündet, die Crew sicherte es in einer speziellen Löschtasche und entschied sich dennoch zur Umleitung. Die 198 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder verbrachten die Nacht in Hotels, bevor sie am Folgetag auf alternative Verbindungen nach Lissabon umgebucht wurden.
Fast zeitgleich musste ein weiterer Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Toronto mit 371 Menschen an Bord über Schottland umkehren. Grund war ein Geruch in der Kabine, der die Crew zur Erklärung einer Luftnotlage veranlasste, um eine priorisierte Landung in Manchester zu erhalten.
Weil die Boeing 747-400 mit erhöhtem Gewicht landete, prüfte die Feuerwehr die Maschine vorsorglich — die Passagiere konnten das Flugzeug anschließend regulär verlassen. Auch hier ging die Reise für die Betroffenen erst am Folgetag mit einem Ersatzflug weiter.
Strenge Powerbank-Regeln als Reaktion
Der Vorfall in Lyon rückt eine Regelung in den Fokus, die Lufthansa bereits seit Anfang des Jahres verschärft hat. Das Aufladen und die Nutzung von Powerbanks sind auf Flügen der Lufthansa-Gruppe untersagt, Ausnahmen gelten nur für genehmigte medizinische Geräte.
Im Aufgabegepäck sind die Akkus ohnehin tabu, im Handgepäck dürfen sie nicht in den Gepäckfächern über den Sitzen liegen, sondern ausschließlich in der Sitztasche, am Körper oder unter dem Sitz.
Dass ausgerechnet ein Gerät trotz dieser Vorgaben in Brand geriet, zeigt: Vorschriften allein verhindern nicht jeden Zwischenfall. Immerhin griffen die etablierten Sicherheitsprozeduren — von der Löschtasche bis zur koordinierten Umleitung.
Kurs bleibt stabil
An der Börse hinterließen die beiden Vorfälle kaum Spuren. Die Aktie bewegte sich im Tagesverlauf zwischen rund 7,64 und 7,73 Euro und damit in einer für Lufthansa üblichen Bandbreite. Operative Zwischenfälle dieser Art, so unangenehm sie für die betroffenen Passagiere sind, zählen für Fluggesellschaften zum Tagesgeschäft und werden von Investoren entsprechend eingeordnet.
Für die Airline dürften nun vor allem die technischen Untersuchungen der beiden Maschinen im Vordergrund stehen. Ergebnisse dazu stehen noch aus.
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