Lufthansa Aktie: Zwei Fronten, ein Timing-Problem

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Die Pilotengewerkschaft signalisiert Gesprächsbereitschaft — und zeitgleich bereitet die Kabinengewerkschaft eine Urabstimmung vor. Für Lufthansa könnte sich der Arbeitsfrieden damit genau dann als Illusion erweisen, wenn das Unternehmen ihn am dringendsten bräuchte.

Piloten am Tisch, Flugbegleiter in Startposition

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat das Gesprächsangebot des Managements angenommen und ein Treffen für kommende Woche vereinbart. Seit Mai 2025 laufen die Verhandlungen über die betriebliche Altersversorgung — sieben Runden ohne Ergebnis. Lufthansa hatte zuletzt angeboten, die Übergangsversorgung umzustrukturieren, was laut Konzern eine Verbesserung von bis zu 50 Prozent ohne Mehrkosten ermöglichen soll.

VC-Präsident Andreas Pinheiro bleibt skeptisch: „Nach der gegenwärtigen Informationslage können wir noch keine wesentliche Veränderung erkennen.“ Substanzielle Gespräche seien nur möglich, wenn die Kernforderung zur Altersversorgung Berücksichtigung findet. Die jüngsten Pilotenstreiks hatten rund 800 Flüge gestrichen und fast 100.000 Passagiere betroffen.

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Während dieser Konflikt noch auf Entspannung hofft, leitet die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) parallel eine Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen ein. Betroffen: das Kabinenpersonal der Deutschen Lufthansa AG und der Lufthansa CityLine. Die Abstimmung läuft bis zum 27. März. UFO erklärt die Manteltarifverhandlungen für gescheitert — und geht davon aus, dass das Votum „sehr eindeutig“ ausfallen wird.

Ein zusätzlicher Konfliktherd: Das Management plant, den Flugbetrieb der Regionaltochter CityLine im kommenden Jahr einzustellen, was rund 800 Stellen betrifft. Das Scheitern eines tariflichen Sozialplans für die CityLine-Beschäftigten verschärft die Stimmung erheblich.

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Nachfragegewinn aus der Nahost-Krise

Ausgerechnet in dieser angespannten Phase profitiert Lufthansa von einem externen Schock. Der Iran-Krieg hat Wettbewerber wie Emirates, Qatar und Etihad empfindlich getroffen — Lufthansa Cargo-CEO Ashwin Bhat beziffert den Kapazitätsausfall im Markt auf 18 bis 20 Prozent. Die Nachfrage nach Lufthansa-Direktflügen Richtung Asien liegt zuletzt 75 Prozent über Vorjahresniveau. Beim Kerosin ist der Konzern mit 80 Prozent des Jahresbedarfs 2026 über Termingeschäfte abgesichert.

Kritisches Fenster vor der Sommersaison

Stimmt die UFO-Urabstimmung für Arbeitskampfmaßnahmen, stünde Lufthansa erstmals seit Jahren mit simultanen Konflikten in Cockpit und Kabine da — und das unmittelbar vor der verkehrsreichen Sommersaison. Die Aktie notiert mit einem Minus von rund 20 Prozent in den letzten 30 Tagen deutlich unter Druck und liegt fast 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro. Der mögliche Nachfrageschub aus der Nahost-Krise könnte durch Streiks im schlechtesten Moment zunichte gemacht werden — ein Szenario, das der Markt offenbar bereits einpreist.

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