Steigende Treibstoffkosten und eine deutliche Herabstufung durch Morgan Stanley setzen die Fluggesellschaft unter Zugzwang. Um die Margen zu schützen, strukturiert das Management kurzfristig das Streckennetz um und bereitet sich auf mögliche Krisenszenarien vor.
Analysten warnen vor Gewinneinbruch
Auslöser für die jüngste Nervosität am Markt war eine Neubewertung durch Morgan Stanley. Die US-Bank senkte das Kursziel von 9,40 auf 7,50 Euro und stufte den Titel auf „Equal-Weight“ ab. Als Hauptgrund nannten die Experten erwartete Treibstoffkosteneffekte, die das operative Ergebnis (EBITDA) im Jahr 2026 um rund 800 Millionen Euro belasten könnten. Zwar hat der Konzern für 2026 bereits 80 Prozent seines Treibstoffbudgets von sieben Milliarden Euro zu Festpreisen abgesichert. Der ungesicherte Anteil von 1,4 Milliarden Euro birgt angesichts der geopolitischen Lage im Nahen Osten jedoch ein erhebliches Margenrisiko für das Passagier- und Frachtgeschäft.
Neues Streckennetz und Flottenplanung
Operativ reagiert der Vorstand mit einer zügigen Neuausrichtung. Die durch gestrichene Nahost-Verbindungen frei werdenden Ressourcen verlagert die Airline auf andere Routen. Für den anstehenden Sommer sind rund 1.600 zusätzliche Abflüge nach Indien sowie zu südeuropäischen Urlaubszielen geplant. Parallel bereitet CEO Carsten Spohr die Belegschaft auf tiefergehende Einschnitte vor, falls sich die Situation verschärft. In internen Szenarien wird eine vorübergehende Stilllegung von 20 bis 40 Flugzeugen durchgespielt, was die Gesamtkapazität um bis zu fünf Prozent reduzieren würde.
Wichtige Termine im Mai
Die aktuelle Unsicherheit spiegelt sich im Kursverlauf wider: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier einen Rückgang von 13,83 Prozent und ging am Dienstag mit einem Schlusskurs von 7,36 Euro aus dem Handel. Ein detailliertes Bild zur finanziellen Widerstandsfähigkeit liefert der 6. Mai. An diesem Tag präsentiert der Konzern die Zahlen zum ersten Quartal und gewährt Einblick in die tatsächliche Schutzwirkung des Kerosin-Hedgings. Zudem stimmt die Hauptversammlung im Mai über die vorgeschlagene Dividende von 0,33 Euro je Aktie ab, die trotz des anspruchsvollen Umfelds eine Erhöhung um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt.
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