Russlands zweitgrößter Ölproduzent Lukoil steht vor einem massiven Umbruch. Das Unternehmen hat sich mit der US-Private-Equity-Gesellschaft Carlyle Group auf den Verkauf seiner Auslandsvermögen im Wert von rund 22 Milliarden US-Dollar geeinigt. Doch der Deal steht unter einem entscheidenden Vorbehalt: Die US-Regierung muss noch zustimmen.
Der Konzern teilte am Donnerstag mit, dass ein Vertrag über den Verkauf der Tochtergesellschaft LUKOIL International GmbH geschlossen wurde. Diese Einheit verwaltet sämtliche internationalen Vermögenswerte des russischen Ölriesen. Parallel laufen Gespräche mit weiteren potenziellen Käufern. Von Carlyle selbst kam bislang keine Stellungnahme.
Warum verkauft Lukoil überhaupt?
Die Hintergründe des Verkaufs sind politischer Natur. Im Oktober verhängte die Trump-Regierung Sanktionen gegen Lukoil und den Konkurrenten Rosneft. Ziel war es, Moskau zu einem Ende des Ukraine-Kriegs zu bewegen. Die Sanktionen zwingen Lukoil nun faktisch zum Ausverkauf seiner internationalen Positionen.
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Ein erster Verkaufsversuch war bereits gescheitert. Der Schweizer Rohstoffhändler Gunvor sollte die Auslandsvermögen übernehmen, doch das US-Finanzministerium legte sein Veto ein. Der Grund: Gennadi Timtschenko, ein Gründer von Gunvor und enger Vertrauter von Wladimir Putin, war der Firma zu nahe – obwohl er sich bereits 2014 zurückgezogen hatte.
Was steht auf dem Spiel?
Das Auslandsportfolio von Lukoil ist beachtlich. Es umfasst Hunderte Tankstellen in etwa 20 Ländern, darunter mehrere EU-Staaten, sowie mehrere Raffinerien. Hinzu kommen Beteiligungen an Förderprojekten in Aserbaidschan, Kasachstan und Usbekistan. Lediglich das Kasachstan-Geschäft soll vom Carlyle-Deal ausgenommen werden.
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Die Carlyle Group ist mit verwalteten Vermögenswerten von 474 Milliarden US-Dollar einer der größten Investoren weltweit. Ihre Bereitschaft, das Lukoil-Portfolio zu übernehmen, signalisiert Interesse an den profitablen Downstream-Aktivitäten – vorausgesetzt, Washington gibt grünes Licht.
Für Lukoil bedeutet der erzwungene Rückzug aus dem Auslandsgeschäft eine deutliche strategische Beschränkung. Die internationalen Aktivitäten waren ein wichtiger Pfeiler der Diversifikation. Nun konzentriert sich das Unternehmen wieder stärker auf den russischen Markt und ausgewählte postsowjetische Staaten. Ob die US-Behörden den Deal genehmigen, bleibt abzuwarten – und damit auch, ob Lukoil tatsächlich liquide Mittel in Milliardenhöhe für den Konzernumbau erhält.
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