Ein Minus von 2,70 Prozent am Freitag – die LVMH-Aktie schloss die Woche bei glatten 500,10 Euro. Der Luxusriese bleibt im Sog geopolitischer Unsicherheiten, während Anleger auf Signale aus den internationalen Handelsgesprächen warten.

Gegenwind seit Jahresbeginn

Seit Januar hat der Titel rund 22 Prozent eingebüßt. Das ist ein herber Verlust für das wertvollste Unternehmen Europas. Zum Vergleich: Vor zwölf Monaten notierte die Aktie noch deutlich niedriger – das Plus über diesen Zeitraum beträgt immerhin 9,59 Prozent.

Die Erholung der letzten 30 Tage (+6,08 Prozent) bröckelt. Der RSI liegt bei 55,2 – neutral, aber ohne klare Richtung. Der 100-Tage-Durchschnitt bei 492,54 Euro bietet eine erste Unterstützung. Kritisch wird es erst am 200-Tage-Schnitt (547,53 Euro), der aktuell 8,66 Prozent über dem Schlusskurs liegt. Eine Marke, die LVMH seit Monaten nicht erreicht hat.

Strategische Schritte im Hintergrund

Während der Kurs schwächelt, arbeitet das Management weiter. Auf der VivaTech-Messe präsentierte der Konzern sein „DreamGallery“-Projekt. Künstliche Intelligenz und Augmented Reality sollen das Kundenerlebnis in den Luxusboutiquen neu definieren.

Parallel dazu baut LVMH seine Beteiligung an Hermes Capital auf 20,21 Prozent aus – ein klares Signal, das aber keine Übernahmeambitionen signalisiert. Zudem investierte das Unternehmen 85 Millionen Dollar in den Robotik-Start-up Theker. Das Ziel: effizientere Produktion und modernere Logistik.

Asien zieht, Nahost bremst

Die Nachfrage in Südkorea und Japan zieht an. Die Kaufkraft steigt, das Geschäft läuft besser. Belastend wirken dagegen die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten: Dort drücken sie vor allem auf das Segment Bekleidung und Lederwaren.

Analysten bleiben verhalten optimistisch. RBC erwartet eine leichte Besserung im ersten Halbjahr. Oddo BHF sieht „Licht am Ende des Tunnels“. Konkrete Kursziele nennen beide nicht.

Am 23. Juli legt LVMH die Halbjahreszahlen vor. Dann zeigt sich, ob der Tunnel wirklich kürzer wird.