Die vergangene Woche brachte LVMH eine Erholung von gut drei Prozent — ein versöhnlicher Abschluss nach monatelanger Talfahrt. Doch der eigentliche Impuls kam nicht aus dem eigenen Haus. Sondern von einem Konkurrenten.
Richemont legte am Freitag seine Jahreszahlen vor. Der Uhren- und Schmuckkonzern steigerte den Umsatz auf 22,4 Milliarden Euro, ein Plus von fünf Prozent. Das operative Ergebnis wuchs um ein Prozent — gebremst durch Zölle und höhere Goldpreise. Besonders stark zeigte sich Nordamerika, das Schmucksegment blieb der Umsatz- und Margenträger.
Für LVMH-Aktionäre ist das relevant, weil Richemonts Zahlen zeigen, wo die Nachfrage in der Luxusbranche noch intakt ist. Nordamerika und hochpreisige Schmucksegmente laufen. Gleichzeitig notiert Richemont mit einem höheren Gewinnmultiple als LVMH, bleibt aber hinter Hermès zurück. Der Markt differenziert weiter.
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Erholung im Rahmen, Trend bleibt angeschlagen
Der Wochengewinn von 3,14 Prozent kaschiert nicht, wie tief die Aktie gefallen ist. Seit Jahresbeginn verlieren die Papiere 26,64 Prozent. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 470,80 Euro — praktisch auf dem 50-Tage-Durchschnitt. Die 100- und 200-Tage-Linien sind dagegen deutlich entfernt: Der Abstand zum letzteren beträgt rund 14 Prozent.
Der RSI von knapp 76 signalisiert kurzfristige Überkauftheit. Das technische Bild bleibt fragil. Nennenswerter Widerstand liegt im Bereich um 500 Euro, die jüngste Unterstützung bei 444,95 Euro. Ein nachhaltiger Ausbruch über das Wochenhoch von 484,52 Euro könnte den Weg zurück zur 500er-Marke öffnen.
Unternehmensnachrichten ohne Impuls
LVMH selbst lieferte in der Woche keine neuen Umsatz- oder Gewinnzahlen. Die Meldungen drehten sich um Nachhaltigkeit und interne Prozesse. Der Sozial- und Umweltbericht 2025 vermeldete knapp 19.000 interne Stellenwechsel, 82 Prozent Schulungsquote und einen Frauenanteil von 50 Prozent in Schlüsselpositionen. Zudem aktualisierte LVMH seine CO₂-Reduktionsziele mit SBTi-Validierung: 68 Prozent weniger Emissionen in Scope 1 und 2, sowie 27 beziehungsweise 23 Prozent in den beiden Scope-3-Kategorien.
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Für die Bewertung der Aktie spielen solche Angaben eine untergeordnete Rolle. Sie ergänzen das Bild eines produzierenden Luxuskonzerns, ersetzen aber keine harten Geschäftszahlen.
Analystenseite bleibt optimistisch
Der Konsens von 27 Analysten lautet „Akkumulieren“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 590 Euro — das impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 25 Prozent. Ein weiteres Panel von FactSet zeigt eine mediane Bewertung auf der Skala von 1 (Kaufen) bis 5 (Verkaufen) von knapp 2,0, also zwischen „Kaufen“ und „Aufstocken“.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Erholung trägt. Setzt LVMH den Aufwärtstrend fort, rückt der Bereich um 500 Euro in den Fokus. Rücksetzer unter 450 Euro dagegen würden die Unterstützungszone testen — und die Frage aufwerfen, ob die Jahresend-Rally ausbleibt.
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