Nach dem schwächsten Börsenquartal der Unternehmensgeschichte zieht die Eigentümerfamilie Arnault die Zügel an. Mit dem strategischen Ausbau der Stimmrechte auf knapp 66 Prozent sichert sich der Clan die absolute Entscheidungsgewalt. Dieser Schritt kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, denn der Luxuskonzern steht vor einem dichten Kalender an wegweisenden Terminen, die über die kurzfristige Kursentwicklung entscheiden.
Gedämpfte Erwartungen für das erste Quartal
Zwischen Januar und März verlor das Papier 28,2 Prozent an Wert. Der Rückgang übertrifft damit sogar die prozentualen Einbrüche während der Finanzkrise 2008 oder der Pandemie. Verantwortlich für den Abverkauf sind vor allem die anhaltende Schwäche im Cognac-Segment und der Druck durch das verschärfte handelspolitische Umfeld.
Am 15. April wird die neue Finanzchefin Cécile Cabanis die Bücher für das erste Quartal öffnen. Die Prognosen der Analysten fallen bescheiden aus. Für die wichtige Sparte Mode und Lederwaren erwartet Barclays ein Umsatzminus von 1,1 Prozent, während UBS sogar von einem Rückgang um 2 Prozent ausgeht. Barclays prognostiziert jedoch, dass dieses Quartal den Tiefpunkt markiert und rechnet ab dem zweiten Jahresviertel wieder mit einem organischen Wachstum von 4,4 Prozent.
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US-Zölle zwingen zu lokaler Produktion
Ein zentraler Belastungsfaktor bleibt das US-Geschäft, das rund ein Viertel zum Gesamtumsatz beiträgt. Abgaben von effektiv 145 Prozent auf chinesische Waren und 10 Prozent auf EU-Importe dämpfen die Margen erheblich. Allein in der Modesparte könnten diese Zölle rund 150 Basispunkte kosten.
Um diese Belastungen abzufedern, plant LVMH den Bau eines weiteren Louis-Vuitton-Ateliers in Dallas bis Ende 2026. Allerdings erweist sich die US-Produktion als schwierig. Die bereits 2019 in Texas eröffnete Produktionsstätte kämpft Berichten zufolge mit massiven operativen Problemen, darunter Qualitätsmängel und fehlendes Fachpersonal.
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Strategische Handlungsfreiheit
Inmitten dieser operativen Herausforderungen hat die Familie Arnault Fakten geschaffen. Der Clan hält nun exakt 50,01 Prozent des Kapitals und 65,94 Prozent der Stimmrechte. Strategische Entscheidungen zu Akquisitionen oder Umstrukturierungen lassen sich ab sofort ohne Rücksicht auf externe Großaktionäre oder aktivistische Investoren durchsetzen.
Diese neue Machtstruktur trifft auf einen eng getakteten Zeitplan in den kommenden Wochen:
- 15. April: Veröffentlichung der Q1-Zahlen
- 23. April: Hauptversammlung im Carrousel du Louvre in Paris
- 30. April: Geplante Auszahlung der Schlussdividende (7,50 Euro)
Auf der Hauptversammlung wird das Management eine stabile Gesamtdividende von 13 Euro je Aktie vorschlagen. Nach der bereits geleisteten Abschlagszahlung fließt der Restbetrag Ende des Monats an die Anteilseigner. Die weitere Kursentwicklung wird maßgeblich davon abhängen, ob die Aussagen der Finanzchefin am 15. April die Hoffnung auf eine fundamentale Trendwende ab dem zweiten Quartal untermauern können.
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