Der französische Luxusgüterkonzern LVMH gerät an den europäischen Aktienmärkten spürbar unter Druck. Laut einem Bericht von Bloomberg droht dem Konzern der Verlust der Spitzenposition als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Frankreichs. Zugleich droht dem Branchenriesen das Ausscheiden aus den zehn höchstkapitalisierten Unternehmen Europas, was das erste Mal seit dem Jahr 2017 der Fall wäre.

Analysten warnen vor Belastungen im Kerngeschäft

Die Zurückhaltung der Investoren spiegelt die zunehmenden Herausforderungen im Kerngeschäft wider. Die Analysten von HSBC stuften die Aktie am 9. September von „Buy“ auf „Hold“ herab. Parallel dazu senkte das Haus sein Kursziel von 600 auf 490 Euro. Als wesentlichen Grund nannten die Experten kurzfristige Belastungen für den Bereich der Soft Luxury, der den Kern des Geschäfts von LVMH ausmacht.

Der Gegenwind für die Branche zeichnete sich bereits im Spätsommer ab. Vor rund zwei Wochen stutzte Bernstein die Prognose für die Luxusbranche, woraufhin die LVMH-Aktie seither um 6,7 Prozent nachgab. Zudem vollzog das Management vor rund einem Monat eine personelle Weichenstellung mit der Ernennung eines Chief Operating Officer für die Beauty-Division, seit der das Papier um 10,9 Prozent verlor.

Verkauf von Markenrechten an Marc Jacobs

Neben den allgemeinen Branchenherausforderungen ordnete das Unternehmen zuletzt Teile seines Markenportfolios neu. Am 1. September vollzogen WHP Global und die G-III Apparel Group den Erwerb der geistigen Eigentumsrechte an der Modemarke Marc Jacobs von LVMH.

Die beiden Käufer bildeten ein Joint Venture mit jeweils 50 Prozent Beteiligung, um die Markenrechte künftig gemeinsam zu halten. Die operative Führung des Geschäfts übernahm dabei G-III vollständig.

Zusätzlich informierte der Konzern die Kapitalmärkte über eigene Transaktionen am Aktienmarkt. Am Dienstag übermittelte LVMH der französischen Finanzmarktaufsicht AMF eine Offenlegung über Geschäfte mit eigenen Aktien. Diese Pflichtmitteilung bezog sich auf den Handelszeitraum vom 7. bis zum 11. September.

Notierung nahe am Jahrestief

Die anhaltende Kursschwäche hinterlässt deutliche Spuren in der Bewertung an den Finanzmärkten. Am Freitag beendete die Aktie den Handel bei einem Schlusskurs von 404,10 Euro. Damit notiert das Papier mit einem Abstand von 1,0 Prozent nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 400,05 Euro.