Die brasilianische Entwicklungsbank BNDES prüft eine finanzielle Beteiligung an einer geplanten Raffinerie für Seltene Erden im Bundesstaat Minas Gerais. Lynas-Manager Daniel Havas bestätigte bei einer Investorenkonferenz das ausgeprägte Interesse der staatlichen Förderbank. Das Projekt könnte dem australischen Rohstoffkonzern helfen, seine Kapazitäten zur Weiterverarbeitung außerhalb Chinas deutlich auszubauen.

An den Finanzmärkten verzeichnete die Lynas-Aktie heute ein Plus von 1,7 Prozent. Das Papier notiert damit bei 8,00 Euro. Die Marktkapitalisierung des Bergbaukonzerns liegt bei 8,54 Milliarden Euro.

Pläne für ein industrielles Drehkreuz

Nach Angaben des brasilianischen Bergbauministers Alexandre Silveira könnte die geplante Anlage nahe Poços de Caldas zu einer der weltweit größten Raffinerien aufsteigen. Diskutiert wird eine staatliche Unterstützung durch Kredite oder eine Minderheitsbeteiligung über die Beteiligungsgesellschaft BNDESPar. Die genaue Finanzierungshöhe und die Form der Zusammenarbeit sind noch nicht beschlossen.

Das Vorhaben ist als regionaler Verarbeitungs-Hub konzipiert. Die Anlage soll künftig neben dem Erz aus dem Caldeira-Vorkommen auch Rohstoffe aus anderen regionalen Projekten trennen können. Vor einer finalen Entscheidung muss das Unternehmen jedoch die technische Kompatibilität der unterschiedlichen Erze prüfen.

Malaysia bleibt zentrale Säule

Lynas hält sich die operative Aufteilung der Verarbeitungsschritte vorerst offen. Das Unternehmen baut parallel seine Raffinationskapazitäten in Malaysia auf jährlich 12.000 Tonnen aus. Der ursprüngliche Plan sieht vor, aus dem brasilianischen Projekt zunächst gemischtes Seltene-Erden-Karbonat zu gewinnen und zur finalen Trennung nach Asien zu verschiffen.

Eine verbindliche Investitionsentscheidung für den Anlagenbau in Brasilien steht derweil aus. Das Management analysiert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor Ort. Zudem kann der neue brasilianische Rat für strategische Mineralien industrielle Projekte prüfen und Bedingungen wie eine lokale Wertschöpfung vorschreiben.

Zukauf von Caldeira schafft Rohstoffbasis

Die Raffineriepläne bauen auf der vereinbarten Übernahme des Rohstoffunternehmens Meteoric Resources auf, das die Lagerstätte Caldeira hält. Lynas bietet dafür einen reinen Aktientausch im rechnerischen Gesamtwert von 968 Millionen australischen Dollar. Durch diesen Schritt sichert sich der Konzern ein Vorkommen mit einer Gesamtressource von 1,63 Milliarden Tonnen Erz.

Die Transaktion benötigt noch die formelle Zustimmung der Aktionäre, der Gerichte in Australien sowie der zuständigen brasilianischen Behörden. Die Umsetzung des Zusammenschlusses ist für Anfang März 2027 geplant. Erst mit dem Vollzug dürfte sich entscheiden, ob Lynas gemeinsam mit der Förderbank BNDES den Bau der Verarbeitungsanlage startet.