Gestern bestätigte der Seltene-Erden-Produzent Lynas Rare Earths einen Rekordumsatz für das im Juni beendete Quartal. Trotz einer Produktion, die hinter den Erwartungen zurückblieb, sorgten historisch hohe Verkaufspreise für einen massiven Erlössprung. Damit rückt der für nächste Woche geplante Jahresabschlussbericht in den Fokus der Anleger, während das Unternehmen gleichzeitig seine Position in der globalen Lieferkette durch neue Abkommen festigt.

Starke Verkaufspreise gleichen Produktionsdefizit aus

In dem am 30. Juni beendeten Quartal erzielte Lynas nach Medienberichten einen Rekordumsatz von 288,9 Millionen Australischen Dollar (AUD). Dies entspricht einer Steigerung von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Dieser Zuwachs wurde primär durch Rekordwerte bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen getrieben, was die geringer als prognostiziert ausgefallenen Produktionsvolumina kompensieren konnte.

Bereits im vorangegangenen März-Quartal hatte das Unternehmen die Produktion von Neodym-Praseodym (NdPr) um 32 Prozent auf 1.996 Tonnen gesteigert und zudem die erste Produktion von Samariumoxid vorzeitig gemeldet.

Finanziell steht das Unternehmen auf einem soliden Fundament. Zum Ende des Juni-Quartals verfügte Lynas über einen Barbestand von rund 1,2 Milliarden AUD. Dieses Kapital dient unter anderem als Puffer für die gestiegenen Kosten beim Expansionsprojekt für schwere Seltene Erden in Malaysia, wo das Unternehmen eine Kostenüberschreitung in Höhe von 114 Millionen AUD verzeichnete.

Strategische Partnerschaften und langfristige Lieferverträge

Neben den operativen Zahlen treibt Lynas seine vertikale Integration voran. Eine Investition von 50 Millionen AUD in das südkoreanische Unternehmen JS Link, Inc. unterstützt den Bau einer Fabrik für gesinterte Neodym-Eisen-Bor-Magnete in der Nähe des malaysischen Kuantan-Komplexes.

Ein entsprechendes Abkommen zur Rohstoffversorgung sichert dieses Vorhaben bis zum Jahr 2038 ab. Ergänzend dazu erhielt die Einheit LS Eco Energy Ltd. eine Finanzierung über 30 Milliarden Koreanische Won von Lynas, um die Kapazitäten in der Metallherstellung auszubauen.

Besondere Bedeutung kommt der Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium zu. Lynas finalisierte einen vierjährigen Liefervertrag für leichte und schwere Seltene-Erden-Oxide, der eine garantierte Preisuntergrenze von 110 US-Dollar pro Kilogramm für NdPr-Oxid vorsieht.

Ein weiteres Abkommen über 96 Millionen US-Dollar steht allerdings derzeit unter Beobachtung eines parlamentarischen Sonderausschusses in Malaysia, der die Rolle des Unternehmens in der US-Verteidigungslieferkette und mögliche Auswirkungen auf die nationale Investitionspolitik prüft.

Ausblick auf den Jahresabschluss am 26. August

An der Börse spiegeln sich die strategischen Fortschritte in der Kursentwicklung wider. Die Aktie von Lynas Rare Earths beendete den gestrigen Handelstag bei 9,96 Euro. Damit weist das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 39 Prozent auf, notiert jedoch weiterhin rund 28 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Am nächsten Mittwoch, den 26. August, wird das Unternehmen seine vollständigen geprüften Finanzergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 veröffentlichen. Im Rahmen eines Webcasts wird Interim-CEO Pol Le Roux die Zahlen präsentieren und die künftige Strategie erläutern.

Anleger werden dabei besonders auf Details zu den Kostenentwicklungen in Malaysia und auf neue Signale bezüglich der globalen Nachfrageentwicklung nach Seltenen Erden achten. Zudem bleibt abzuwarten, ob die jüngsten regulatorischen Benachrichtigungen über nicht börsennotierte Wertpapiere (ASX: LYC) Auswirkungen auf die Kapitalstruktur haben werden.