Nach dem Verlust beider Kongresskammern durch die Republikaner droht der US-Politik ein jahrelanger Stillstand. An den Anleihemärkten löst diese Aussicht auf eine ausgebremste Regierungspolitik zunächst Entlastung aus. Die Kurse deutscher Staatsanleihen legten am Mittwoch zu, während die Renditen nachgaben.
Volle Kontrolle für die Demokraten
Bei den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten haben die Wähler den Demokraten die Kontrolle über das Repräsentantenhaus und den Senat übertragen. Vor wenigen Monaten galt dieser Ausgang noch als unwahrscheinlich. Das Votum geriet zu einer deutlichen Abrechnung mit Donald Trump, den viele Bürger für die gestiegenen Verbraucherpreise verantwortlich machen.
Die künftige Sitzverteilung dürfte die Gesetzgebung in Washington spürbar lähmen. Die Demokraten verfügen nun über die Mehrheiten, um Trumps innenpolitische Vorhaben zu blockieren. Eigene Gesetzesentwürfe der neuen Mehrheit dürften indes an Trumps Vetorecht scheitern. Bei der Landesbank Baden-Württemberg wird für die kommenden beiden Jahre deshalb ein durchgehend konfliktreiches Verhältnis zwischen Weißem Haus und Kongress erwartet.
Streit um Schuldenlimit droht
Harte Auseinandersetzungen zeichnen sich vor allem bei den Verhandlungen über den US-Bundeshaushalt ab. Wenn Ausgabengesetze blockiert werden, gerät die Anhebung der Staatsschuldenobergrenze wieder in Gefahr. Für die Kapitalmärkte könnte das Limit im Jahr 2027 erneut zu einem Belastungsfaktor werden.
Am europäischen Rentenmarkt sorgte das Wahlergebnis für Zukäufe bei festverzinslichen Papieren. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg am Mittwoch um 0,21 Prozent auf 122,64 Punkte. Parallel dazu fiel die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 3,30 Prozent.


