Madison Air gerät an der Börse ins Trudeln. Die milliardenschwere Expansion nach Deutschland sorgt für massive Unruhe unter den Aktionären. Während das Unternehmen strategisch global angreift, fürchten Investoren die hohen Kosten der Übernahme.
Madison Air übernimmt das Lufttechnik-Geschäft des deutschen Herstellers ebm-papst. Der Kaufpreis beläuft sich auf 5,4 Milliarden US-Dollar. Mit diesem Schritt will das Unternehmen seinen adressierbaren Markt auf ein Volumen von rund 30 Milliarden Dollar verdoppeln.
Finanzierung sorgt für Skepsis
Die Finanzierung der Transaktion belastet die Stimmung erheblich. Madison Air plant eine Kombination aus Barreserven, neuen Schulden und der Ausgabe weiterer Aktien. Diese Strategie schürt Ängste vor einer deutlichen Verwässerung der bestehenden Anteile. Der Vorstand strebt an, die Nettoverschuldung innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss signifikant zu senken.
Parallel dazu sehen Marktbeobachter eine Einstiegschance. Die Aktie rutschte zuletzt auf 27,33 US-Dollar und markierte damit fast ein neues Jahrestief. Analysten von Seeking Alpha hoben die Einstufung bereits an und taxieren den fairen Wert auf 30,60 US-Dollar. Sie argumentieren, dass der jüngste Kurssturz die vorherige Überbewertung korrigiert hat.
Starke Nachfrage im Rechenzentrums-Sektor
Abseits der Übernahme-Schlagzeilen wächst das Kerngeschäft kräftig. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 21 Prozent auf rund 991 Millionen US-Dollar. Besonders die Kühltechnik für Rechenzentren erweist sich als verlässlicher Wachstumsmotor. Der Auftragsbestand erreichte Ende Juni einen Rekordwert von über 2,8 Milliarden US-Dollar.
Allerdings drückten die Kosten für den Produktionshochlauf die Margen im abgelaufenen Quartal leicht nach unten. Für das Gesamtjahr zeigt sich der Vorstand dennoch optimistisch. Die Umsatzprognose liegt nun in einer Spanne von 3,825 bis 3,925 Milliarden US-Dollar.
Der Abschluss der ebm-papst-Akquisition ist für Ende 2026 vorgesehen. Ab dem ersten vollen Jahr nach der Integration soll der Zukauf den bereinigten Gewinn steigern. Das Management kalkuliert bis zum dritten Jahr mit jährlichen Kosteneinsparungen von 160 Millionen US-Dollar.
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