Marine Le Pen will Frankreichs Haushalt mit Milliardenschnitt sanieren

Le Pen will Frankreichs Defizit bis 2032 auf 2,2 Prozent senken; dafür sind umfangreiche Kürzungen und ein Referendum vorgesehen.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Sparziel von 140 Milliarden Euro bis 2032
  • Defizitquote soll auf 2,2 Prozent sinken
  • Referendum zur Schuldenbremse ist geplant
  • Opposition lässt Unterstützung für Misstrauensvotum offen

Mit einem drastischen Sparkurs von 140 Milliarden Euro bis 2032 will Marine Le Pen die Nervosität an den Anleihemärkten dämpfen. Die französische Präsidentschaftsfavoritin reagiert damit auf die jüngste Zinsrallye bei Staatsanleihen, die das Land vor wachsende Finanzierungsprobleme stellt. Die zuvor avisierten Einsparungen von 125 Milliarden Euro reichten angesichts der Lage nicht mehr aus.

Entspannung nach Zinsanstieg

Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen war zuletzt auf fast fünf Prozent geklettert – ein Niveau wie seit den frühen 2000er-Jahren nicht mehr. Am Dienstag fiel der Wert um 11 Basispunkte auf 4,75 Prozent zurück.

Hinter den Marktturbulenzen steht die Furcht vor der wachsenden Schuldenlast und anhaltender politischer Instabilität. Frankreichs Staatsverschuldung liegt bei 119 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das Haushaltsdefizit beziffert sich in diesem Jahr auf 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Defizitabbau und Kürzungspläne

Le Pen will das Defizit rasch unter die europäische Obergrenze von drei Prozent drücken. Für das Jahr 2027 peilt ihr Plan eine Neuverschuldung von 3,7 Prozent an. Bis 2032 soll die Quote schließlich auf 2,2 Prozent fallen.

Ergänzend plant sie ein Referendum über eine Schuldenbremse in der Verfassung. Diese Regelung soll vorschreiben, das Defizit jährlich um mindestens einen halben Prozentpunkt abzubauen, bis die Gesamtverschuldung wieder auf 60 Prozent sinkt.

Die Einsparungen sollen vor allem durch eine Verschlankung der Verwaltung, Kürzungen bei Ausgaben für Zuwanderung sowie geringere Überweisungen an die Europäische Union gestemmt werden. Den französischen Nettobeitrag an die EU will Le Pen auf fünf Milliarden Euro begrenzen. Parallel dazu fordert sie Gespräche mit der Europäischen Zentralbank, um die Zinslast Frankreichs abzufedern, sobald der Haushalt unter Kontrolle ist.

Politischer Druck auf die Regierung

Der Streit um die Staatsfinanzen prägt die Wochen vor der Präsidentschaftswahl, die im April und Mai stattfindet. Während die amtierende Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu für den Haushalt 2027 eigene Einsparungen von 43 Milliarden Euro vorschlägt, fordert Le Pens Partei 71,6 Milliarden Euro.

Die Oppositionspartei lässt offen, ob sie ein Misstrauensvotum gegen die Regierung im geteilten Parlament unterstützen wird. Ein Votum gegen den Etatentwurf könnte die politische Krise in Paris weiter verschärfen.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.