Marinomed Biotech kämpft ums Überleben. Das Unternehmen hat ein gerichtliches Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Ein eskalierter Konflikt mit einem zentralen Partner riss ein tiefes Loch in die Kasse. Jetzt beginnt am Landesgericht Korneuburg das Ringen um die verbliebenen Technologie-Werte.

Partner-Konflikt blockiert Millionen

Der Auslöser für die Schieflage ist ein Streit um das Carragelose-Geschäft. Marinomed verkaufte diesen Bereich im ersten Quartal 2025 an Unither Pharmaceuticals. Der feste Kaufpreis floss zwar pünktlich. Die vereinbarten, erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen blieben jedoch aus.

Unither brach die Verhandlungen über diese Earn-outs überraschend ab. Der Partner nannte Strategiewechsel und Verzögerungen bei Verträgen als Gründe. Marinomed hatte dieses Geld fest für die Sanierung eingeplant. Ohne diese Mittel fehlt die Liquidität für den Betrieb.

Gläubiger-Votum und Handelsstabilität

Am Landesgericht Korneuburg entscheidet sich nun die Zukunft. Die Gläubiger müssen über den Sanierungsplan abstimmen. Dieser sieht eine Quote für unbesicherte Forderungen vor. Die Rückzahlung soll über einen Zeitraum von zwei Jahren erfolgen.

Parallel dazu sucht das Management einen neuen Market-Maker. Seit dem Wegfall des bisherigen Partners sind die Kursspannen an der Wiener Börse extrem groß. Ein neues Mandat soll den volatilen Handel stabilisieren. Das Ziel bleibt die Wiederherstellung der Handelsliquidität.

Technologische Basis als letzte Hoffnung

Die Hoffnung ruht auf der Marinosolv-Plattform. Diese Technologie verbessert die Löslichkeit von Medikamenten für Augen und Atemwege. Marinomed braucht hier dringend neue Partner oder Fortschritte in der Entwicklung. Das neue Compounding-Geschäft könnte zusätzlich zur Stabilisierung beitragen.

Das Schicksal des Unternehmens zeigt die Risiken kleiner Biotech-Firmen. Die Abhängigkeit von einzelnen Meilensteinzahlungen erwies sich als gefährliches Klumpenrisiko. Ob das Patentportfolio für eine Wende reicht, wird die anstehende Gläubigerversammlung in Korneuburg zeigen.