Die Gewinner des Vorjahres ins eigene Portfolio zu packen – eine Strategie, die viele Anleger verfolgen. Doch wer Anfang 2025 auf die MDAX-Tops von 2024 setzte, erlebte im vierten Quartal ein böses Erwachen.

Rüstungswerte im freien Fall

Die schwersten Verluste verzeichneten ausgerechnet Verteidigungstitel: RENK brach um 38,80 Prozent ein, HENSOLDT verlor 33,45 Prozent. Beide galten 2024 noch als Profiteure gestiegener Militärausgaben. Auch IONOS (-32,70 Prozent) und TeamViewer (-30,18 Prozent) stehen auf der Verliererseite – letztere trotz solider Marktposition im Remote-Support-Segment.

Die Immobilienwerte zeigten sich ebenfalls schwach: Aroundtown verlor 18,87 Prozent, TAG Immobilien 10,0 Prozent und LEG Immobilien 8,05 Prozent. Selbst Spezialchemie-Player wie LANXESS (-16,49 Prozent) und Evonik (-9,55 Prozent) konnten sich dem Abwärtssog nicht entziehen.

Wer punktete im Schlussquartal?

Die Gegenseite des Rankings überrascht: HOCHTIEF führt mit einem Plus von 47,94 Prozent. Der Baukonzern profitierte vom anhaltenden Infrastrukturboom. Nordex folgt mit 33,58 Prozent – getrieben von robusten Auftragseingängen im Windkraftsektor.

flatexDEGIRO legte 31,78 Prozent zu, Sartorius vz gewann 24,91 Prozent. Auch AUMOVIO (+22,27 Prozent) und Jungheinrich (+19,82 Prozent) schafften zweistellige Gewinne. Knorr-Bremse stieg um 19,16 Prozent, KION GROUP um 18,80 Prozent.

Reise- und Luftfahrttitel im Aufwind

TUI und Lufthansa markierten ebenfalls starke Quartalsergebnisse: TUI kletterte um 16,04 Prozent, Lufthansa um 16,62 Prozent. Beide Titel scheinen von einer robusten Reisenachfrage im Wintergeschäft zu profitieren. Aurubis (+16,95 Prozent) und AIXTRON (+17,32 Prozent) rundeten die Top-10 ab.

Die Schere zwischen Gewinnern und Verlierern war selten größer. Während HOCHTIEF fast 50 Prozent zulegte, verlor RENK knapp 40 Prozent. Das vierte Quartal 2025 bewies einmal mehr: Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Gewinne.