Mega-Lockdown – Und was machen Aktien und Immobilien?

Preisanstieg bei Rohstoffen
Mais, Weizen, Zucken und Soja - Die Preise steigen seit Wochen (Chartquelle Oanda)
 

Es bleibt weiter spannend. Der deutsche Aktienmarkt hält sich trotz möglicherweise nochmals verstärkten Maßnahmen gegen Covid-19 erstaunlich dicht am Allzeithoch. Weiterhin ist es schwer zu glauben, dass der Deutsche Aktienindex trotz wirtschaftlicher Verwerfung immer noch stark auf der Brust ist. Und auch Immobilienpreise steigen weiter. Wie ist das zu erklären, während heute über nochmals verschärfte Maßnahmen entschieden werden soll?

Weiterhin reiben sich Börsianer die Augen, wenn sie in den sehr bewegten Zeiten einen starken Aktienmarkt sehen. Nur schwer lässt sich diese Stärke erklären. Doch weiterhin ist die Geld– und Fiskalpolitik auf historischen Dimensionen. Das Geld fließt in Mengen in das System und drückt auch die einzelnen Anlageklassen weiter nach oben. Selbst die Immobilienmärkte steigen im Einklang mit den Aktien immer weiter.


source: tradingeconomics.com

Getrieben von niedrigen Zinsen und der riesigen Geldflut, klettern die Preise auch im Dezember 2020 auf neue Höhen. Ist hier wirklich kein Ende in Sicht?

Lesen Sie hier: Ist die Immobilie ein Inflationsschutz?

Der Ausblick und die Inflation

Einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf Assetpreise, für die kommenden Wochen und Monate, ist die Inflation. Denn während viele Marktbeobachter weiterhin ein niedriges Zinsniveau auf die nächsten Jahre fortschreiben, könnte eine Welle von Preisanstiegen bei den Konsumentenpreisen durchaus die Inflationsrate deutlich über zwei Prozent befördern. Diese Raten sind in den nächsten Monaten durchaus wahrscheinlich. Wichtige Rohstoffpreise wie Öl, Weizen oder auch Mais sind bereits deutlich gestiegen und dürften bei Fortsetzung dieses Trends einen Druck auf die Preise in den Geschäften verursachen.

Solange die Zentralbanken die Zinsen trotz dieser möglicherweise kommenden Preissteigerungen bei nahe null Prozent halten können, dürfte das Geschehen an den Märkten recht stabil bleiben. Doch ein Zinsanstieg, oder auch nur die Aussicht auf diesen, würde die riesige Blase in den unterschiedlichen Assets bedrohen.

Fazit

Weiterhin sorgt die Geldflut für steigende Preise. Und auch die Zinsen sind, vor allem in Europa, historisch niedrig und befeuern die guten Aussichten der bekannten Anlageklassen trotz wirtschaftlicher Probleme. Doch Zinsen sind ein sehr wichtiger Einflussfaktor, der durchaus mit der Inflationsraten korreliert ist. Auch wenn die EZB bisher keinen Hinweis auf eine Abkehr von den Negativzinsen signalisiert, so bleibt die latente Gefahr bestehen, dass mit dem Ende der Deflation auch das Ende der negativen Zinssätze eingeläutet werden könnte. Die Übergangsphase von negativen Zinssätzen zu einem, wahrscheinlich weiterhin historisch niedrigen Zinsniveau, könnte die Bewertung der einzelnen Anlageklassen auf den Prüfstand stellen.

Für Anleger bleiben die Zeiten damit spannend. Zwischen dem Bewusstsein, dass die Preise für Immobilien und Aktien sehr hoch sind, bleibt die Frage nach Alternativen. Auch Geld auf dem Girokonto wird von vielen Anlegern kritisch gesehen. Nicht ohne Grund suchen viele Anleger nach Gewissheit, wem das Geld auf dem Konto eigentlich gehört.

Am Ende wiederholt sich die Geschichte allerdings meistens. Wie in allen Krisen und auch Boomzeiten sollte das eigene Portfolio aus einer breiten Streuung über verschiedene Anlageklasse bestehen. Neben einer bewussten Quote für Trends und Chancen, sind vor allem die soliden Anlagen das Gebot der Stunde, ob im Immobilien- oder im Aktienmarkt.

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