Mercedes-Benz feiert sein hundertjähriges Markenjubiläum. Im Juni 1926 verschmolzen der Stern und der Lorbeerkranz zum berühmten Logo. An der Börse herrscht jedoch Katerstimmung. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief. Schwache Margen und ein schwieriges China-Geschäft überlagern die historische Feier.

Talfahrt statt Party

Der Kursdruck ist enorm. Seit Jahresanfang verlor das Papier rund 29 Prozent an Wert. Aktuell kostet eine Aktie 43,72 Euro. Damit trennen den Kurs nur noch gut zwei Prozent vom jüngsten Jahrestief.

Auch der Blick auf die Trendlinien verheißt wenig Gutes. Der Kurs liegt gut 20 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Die Folge: Der Markt zweifelt sichtlich an der Ertragskraft des Premium-Herstellers.

Marge unter Druck

Die Ursache für die Skepsis liegt in der Bilanz. Mercedes-Benz erwirtschaftete im ersten Quartal ein Konzern-EBIT von 1,9 Milliarden Euro. Die Netto-Liquidität lag bei komfortablen 33,8 Milliarden Euro.

Sorgen bereitet das reine Pkw-Geschäft. Hier schrumpfte die bereinigte Umsatzrendite auf 4,1 Prozent. Das liegt zwar am unteren Ende der Jahresprognose. Es reicht aber nicht für Fantasie am Kapitalmarkt. Die Debatte über Preisqualität und Modellmix reißt nicht ab.

China bremst, Europa wächst

Weltweit lieferte der Konzern im Auftaktquartal rund 419.000 Fahrzeuge aus. In Europa stieg der Absatz um sieben Prozent. In den USA kletterten die Verkäufe sogar um 20 Prozent.

In China kämpft Mercedes-Benz hingegen mit einem harten Preiskampf. Die Nachfrage schwächelt. Ein Lichtblick bleibt die Elektromobilität in Europa. Dort stieg der Verkauf von batterieelektrischen Autos um 34 Prozent. Der Auftragseingang sprang um 107 Prozent nach oben.

Technologie als Prüfstein

Die neue Modelloffensive muss nun beweisen, dass sie höhere Margen bringt. Hinzu kommt der teure technologische Wandel. Autonomes Fahren und künstliche Intelligenz erfordern massive Investitionen. Das Jubiläum allein stützt den Kurs nicht.

Solange operative Verbesserungen ausbleiben, fehlt der Aktie der Antrieb. Der Abstand von knapp 30 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 62,30 Euro spricht Bände.