Am Dienstag hat Mercedes-Benz weltweit die Bestellungen für die Steer-by-Wire-Lenkung in der neuen EQS-Limousine freigegeben. Der Stuttgarter Konzern bezeichnet das Modell damit als ersten Serien-Pkw eines deutschen Herstellers mit dieser kabellosen Technologie. Mit dem Verzicht auf eine mechanische Lenksäule will der Autobauer seine Innovationskraft im margenstarken Oberklasse-Segment unter Beweis stellen.
An den Finanzmärkten sorgte der technische Schritt gestern für wenig Entlastung. Am Donnerstag gab das Papier um 1,7 Prozent nach und schloss bei 39,22 Euro. Anleger blicken vor allem auf die operativen Belastungen und die Zurückhaltung der Kundschaft auf wichtigen Auslandsmärkten.
Der Vorstoß unterstreicht das Bestreben des Managements, trotz widriger Rahmenbedingungen technologische Akzente zu setzen. Gerade im Segment der Luxuslimousinen gilt technischer Vorsprung als entscheidender Faktor, um die Preissetzungsmacht gegenüber der internationalen Konkurrenz zu verteidigen.
Rekord bei reinen Elektrofahrzeugen
Die Elektro-Offensive verzeichnete im dritten Quartal spürbare Zuwächse bei den Stückzahlen. Bei den rein batterieelektrischen Pkw erzielte die Kernmarke einen neuen Höchstwert: Der weltweite Absatz kletterte um 61 Prozent auf 68.400 Fahrzeuge.
Dieser Zuwachs im Elektrosegment bildet eine wichtige Stütze für den Konzern. Das kräftige Plus bei den batteriebetriebenen Modellen zeigt, dass die Investitionen in alternative Antriebe greifen, während das Gesamtgeschäft weiter unter Druck steht.
Im gesamten dritten Quartal sanken die Auslieferungen der Pkw-Sparte um 8 Prozent auf 407.200 Einheiten. Maßgeblich für diesen Rückgang war der Markt in China, wo der Absatz um 31 Prozent nachgab.
Debatte um Sparprogramm und anstehende Zahlen
Neben dem Marktumfeld belastet der interne Sparkurs das Unternehmen. Laut dpa spitzte sich der Konflikt über Einsparungen zu. Produktionsvorstand Michael Schiebe stellte demnach die Schließung von zwei deutschen Werken in Aussicht, falls die Produktionskosten nicht weiter sinken. Das Unternehmen betonte in diesem Zusammenhang, das vorrangige Ziel bleibe der Erhalt sämtlicher heimischer Standorte.
Parallel zu den Sparbemühungen setzt die Konzernführung auf Stützungsmaßnahmen am Kapitalmarkt. Medienberichten zufolge kaufte Mercedes-Benz zwischen Anfang September und Anfang Oktober mehr als 3,8 Millionen eigene Aktien zurück.
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