Die Zahlen für 2025 sind draußen – und sie haben es in sich. Der Gewinn halbierte sich nahezu, die Dividende wurde zum zweiten Mal in Folge gekürzt, und die Pkw-Marge liegt nur noch bei mageren 5 Prozent. Trotzdem: Nach einem kurzen Schock am Veröffentlichungstag fing sich der Kurs erstaunlich schnell wieder. Steckt dahinter eine echte Trendwende oder kaufen Anleger in ein fallendes Messer?
Die harten Fakten: Gewinneinbruch auf ganzer Linie
Mercedes musste 2025 deutliche Einbußen hinnehmen. Der Umsatz sank um 9 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro – leicht unter den Erwartungen. Beim Gewinn wird es richtig schmerzhaft: Der Nettogewinn brach um 48 Prozent auf 5,33 Milliarden Euro ein, das operative Ergebnis sogar um 57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro. Die bereinigte Marge im Pkw-Geschäft liegt nur noch bei 5 Prozent. Für einen Premiumhersteller ist das dünn – sehr dünn.
Die Probleme ziehen sich durch alle Regionen. In China macht die lokale Konkurrenz massiv Druck, in den USA belasten Zölle das Geschäft, und in Europa funktioniert die Strategie der Luxusmodelle nicht wie erhofft. Hinzu kommen Währungsverluste durch den schwächeren Dollar. Es ist das vierte Jahr in Folge mit Gewinnrückgang – und jedes Mal fällt der Einbruch stärker aus.
Auch die Aktionäre müssen zurückstecken. Die Dividende sinkt von 4,30 Euro auf 3,50 Euro pro Aktie – ein Minus von knapp 20 Prozent. Nach der bereits reduzierten Ausschüttung im Vorjahr dürfte das bei vielen Anlegern sauer aufstoßen.
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Charttechnik: Ein möglicher Doppelboden?
Am Tag der Zahlenveröffentlichung rutschte der Kurs zunächst knapp 6 Prozent ab auf unter 55 Euro. Damit wurde eine offene Kurslücke vom Oktober geschlossen. Doch dann kam die Überraschung: Die Aktie drehte wieder nach oben und beendete den Tag nahezu unverändert. Zusammen mit dem Tief vom Januar könnte sich hier ein Doppelboden bilden.
Aktuell notiert der Titel bei rund 57,60 Euro. Seit zwei Monaten pendelt er zwischen 56 und 62 Euro hin und her. Nach oben warten mehrere Hürden: zunächst 58 Euro, dann 60 Euro. Sollte die Aktie über 61,50 Euro ausbrechen, käme das Dezemberhoch bei etwa 62,30 Euro in Reichweite. Nach unten gibt es Unterstützung bei 55 Euro sowie bei 52,50 bis 53,50 Euro. Ein Durchbruch nach unten könnte Verluste bis 50 Euro oder tiefer bedeuten.
Die Analysteneinschätzungen gehen weit auseinander. J.P. Morgan empfiehlt den Kauf mit einem Kursziel von 70 Euro, Goldman Sachs liegt bei 71 Euro, die Deutsche Bank sogar bei 74 Euro. Auf der anderen Seite raten Berenberg, Bernstein Research und Barclays zum Halten mit Zielen zwischen 55 und 60 Euro. Die DZ Bank ist besonders skeptisch und empfiehlt den Verkauf – mit einem fairen Wert von nur 46 Euro.
Aktienrückkauf läuft weiter
Parallel zu den Turbulenzen setzt Mercedes seinen Aktienrückkauf unbeirrt fort. Allein in der Woche vom 9. bis 13. Februar wurden 728.934 Aktien zurückgekauft, zu einem durchschnittlichen Preis zwischen 56,49 und 58,64 Euro. Seit Beginn des Programms im November 2025 hat das Unternehmen bereits über 10 Millionen eigene Aktien erworben. Das Signal: Das Management glaubt an die eigene Unterbewertung – und nimmt Kapital vom Markt.
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Branchen-Gegenwind: ACC stoppt Batteriewerk
Derweil verschärfen sich die strukturellen Probleme der Branche. Das Batteriezellen-Joint-Venture ACC, an dem Mercedes neben Stellantis und TotalEnergies beteiligt ist, hat die Investitionen für Werke in Deutschland und Italien auf Eis gelegt. Grund: Die Standorte rechnen sich aus Sicht des Unternehmens nicht mehr. In Kaiserslautern sollten rund 2.000 neue Jobs entstehen – jetzt steht das Projekt auf der Kippe.
Die IG Metall kämpft für den Standort und warnt vor Abhängigkeit von externen Zulieferern. Doch die anhaltend schwache Nachfrage nach Elektroautos in Europa und den USA macht eine Neubewertung der Pläne unausweichlich. Für Mercedes bedeutet das: Die Transformation zur E-Mobilität wird teurer und komplizierter als gedacht.
Einordnung: Wert oder Wertfalle?
Die Bewertung erscheint auf den ersten Blick günstig. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp neun und einer Dividendenrendite von rund 6 Prozent wirkt die Aktie nicht überteuert. Die schnelle Erholung nach den Zahlen deutet darauf hin, dass viele negative Aspekte bereits eingepreist sind. Im Chart hat sich zwischen 54 und 56 Euro ein stabiler Boden gebildet.
Doch die Risiken bleiben erheblich. Der Ausblick für 2026 bleibt verhalten: Das Management rechnet beim Umsatz mit Stagnation und hofft auf eine spürbare Verbesserung beim operativen Gewinn. Allerdings soll die Pkw-Marge weiter sinken. Die Probleme in China, die Zölle in den USA und die schwache Nachfrage in Europa lassen sich nicht von heute auf morgen lösen.
Für geduldige Anleger mit höherer Risikobereitschaft könnte die aktuelle Schwäche eine Chance sein. Wer an eine mittelfristige Erholung glaubt, findet hier einen möglichen Einstieg. Alle anderen sollten abwarten, ob sich die Geschäfte in den kommenden Monaten tatsächlich stabilisieren – oder ob der Druck auf Marge und Gewinn weiter zunimmt.
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