Die Aktie von Mercedes-Benz verharrt nach monatelangen Kursverlusten auf gedrücktem Niveau. Am gestrigen Dienstag passte Deutsche Bank Research die Erwartungen für den Stuttgarter Automobilkonzern an. Analyst Tim Rokossa reduzierte das Kursziel für die Aktie von 73 auf 70 Euro, behielt die Einstufung jedoch auf „Buy“ bei.

Hintergrund der vorsichtigeren Einschätzung sind anhaltende Belastungen im asiatischen Raum. Rokossa sieht das Geschäft in China als strukturelle Herausforderung für das Unternehmen. Die anstehende Berichtssaison für das dritte Quartal dürfte dieses Narrativ nach Einschätzung des Analysten vorerst nicht verändern.

Belastungsfaktor China und US-Regulierung

Der chinesische Markt bleibt für die gesamte europäische Autobranche ein schwieriges Terrain. Bei Mercedes-Benz rückt das Land zudem auf regulatorischer Ebene in den Fokus. In den USA sieht ein Gesetzentwurf im Senat vor, Unternehmen mit einem chinesischen Eigentümeranteil von mehr als 15 Prozent den Marktzugang zu sperren. Bei Mercedes-Benz liegt der passive Anteil chinesischer Anteilseigner bei rund 20 Prozent.

US-Senator Moreno stellte gestern klar, dass man Fahrzeuge von Mercedes-Benz in Amerika keineswegs verbieten werde. Der Politiker signalisierte eine Ausnahmeregelung für den deutschen Hersteller.

Entsprechende Gespräche führt Moreno derzeit mit Senator Rand Paul. Anleger beobachten die geopolitischen Verflechtungen dennoch mit Skepsis. An der Börse notiert das Papier aktuell bei 40,73 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 32 Prozent.

Investitionen in Batterietechnologie

Um sich technologisch für die Zukunft aufzustellen, setzt der Konzern parallel auf Kooperationen in der Batterieforschung. Am 24. September unterzeichnete Mercedes-Benz eine Testvereinbarung mit dem Partner ProLogium für Feststoffzellen der vierten Generation. Die Vereinbarung sichert den Stuttgartern einen bevorzugten Zugriff auf diese anorganische Feststoffzelltechnologie.

Die Zusammenarbeit mit ProLogium besteht bereits seit 2016, wobei Mercedes-Benz auch als Investor im Board vertreten ist. Die Stuttgarter unterstützen zudem den Ausbau einer Fertigungsstätte von ProLogium im französischen Dünkirchen sowie die Pläne für einen Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq. Eingehende Erprobungen der neuen Zellen finden sowohl in konzerneigenen Einrichtungen als auch an externen Instituten statt.

Für das laufende Geschäftsjahr rückt nun der nächste offizielle Finanztermin näher. Mercedes-Benz wird seinen Zwischenbericht für das dritte Quartal 2026 am 28. Oktober veröffentlichen und die Zahlen im Rahmen einer Analystenkonferenz erläutern.