Mercedes-Benz macht Ernst mit der Verlagerung von Produktionskapazitäten aus Deutschland. Der Stuttgarter Premiumhersteller verlagert die Fertigung der A-Klasse vom Standort Rastatt in Baden-Württemberg ins ungarische Kecskemét. Bereits ab dem zweiten Quartal soll die A-Klasse ausschließlich in Ungarn vom Band rollen. Was für die Konzernbilanz eine logische Kostenoptimierung darstellt, ist für Tausende Beschäftigte am deutschen Standort ein Schlag ins Gesicht.
Die Entscheidung kommt nicht aus heiterem Himmel. Mercedes steht unter Kostendruck und sucht nach Wegen, die Profitabilität zu steigern. Ungarn bietet niedrigere Lohnkosten und ein günstiges Investitionsklima – Faktoren, die in der aktuellen Wettbewerbslage offenbar stärker wiegen als die Bindung an den Heimatstandort. Für Rastatt bedeutet die Verlagerung eine ungewisse Zukunft, denn mit der A-Klasse verschwindet ein wichtiger Produktionspfeiler.
Kehrtwende beim autonomen Fahren
Doch nicht nur in der Produktion justiert Mercedes seine Strategie neu. Auch beim autonomen Fahren rudert der Konzern zurück. In der überarbeiteten S-Klasse, die Ende Januar vorgestellt wird, verzichtet Mercedes auf das sogenannte Level-3-System. Dabei handelt es sich um autonomes Fahren, bei dem der Fahrer die Hände vom Steuer nehmen und sich anderen Tätigkeiten widmen kann – etwa Filme schauen.
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Mercedes hatte 2021 als erster Hersteller eine Sonderzulassung für Level-3-Fahrten auf deutschen Autobahnen erhalten. Kunden der bisherigen S-Klasse können unter bestimmten Bedingungen bis zu 95 Kilometer pro Stunde autonom fahren. Doch offenbar stehen Produktionskosten und Nachfrage nicht im richtigen Verhältnis. Die komplexen Algorithmen und teuren Sensoren, die für Level 3 erforderlich sind, rechnen sich nicht.
Fokus auf günstigere Assistenzsysteme
Stattdessen setzt Mercedes künftig verstärkt auf automatisierte Fahrassistenten niedrigerer Stufen, bei denen der Fahrer jederzeit aufmerksam bleiben muss. Auf der Technikmesse CES in Las Vegas präsentierte der Konzern ein System für den US-Markt, das innerhalb der Stadt selbstständig anfahren, bremsen, abbiegen und Kreuzungen überqueren kann. Der Vorteil: Diese Systeme kommen mit günstigeren Sensoren und weniger komplexer Software aus.
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Mercedes-Chef Ola Källenius will das Level-3-System allerdings weiterentwickeln und in künftigen Modellen wieder anbieten. „Wir können die Angebote in einem Fahrzeug kombinieren, sodass Mercedes-Kunden in der Zukunft sowohl im urbanen Raum als auch auf Autobahnen automatisiert fahren können“, verkündete er. Wann dieser Zeitpunkt kommen wird, ließ er offen.
Die Doppelstrategie – Produktionsverlagerung und Rückzug von ambitionierten Technologieprojekten – zeigt, unter welchem Druck der Traditionskonzern steht. Während Ungarn sich über neue Jobs freut, wächst in Deutschland die Sorge um die Zukunft des Standorts.
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