Ein Ausschuss im US-Repräsentantenhaus hat einen Gesetzentwurf passiert, der Fahrzeugherstellern mit chinesischen Großaktionären den Zugang zum US-Markt kosten könnte. Für Mercedes-Benz trifft das einen Nerv — und der Kurs reagierte am Montagmorgen mit einem kurzen Rücksetzer.
Was der Gesetzentwurf bedeutet
Der Entwurf sieht vor, Produktion und Verkauf von Fahrzeugen in den USA zu verbieten, wenn der Hersteller zu mindestens 15 Prozent im Besitz von Staatsunternehmen aus sogenannten US-Gegnerstaaten ist. China fällt darunter. Fast zehn Prozent der Mercedes-Anteile hält BAIC, der staatlich kontrollierte chinesische Autokonzern. Weitere knapp zehn Prozent entfallen auf Li Shufu, den Eigentümer des Geely-Konzerns — ebenfalls einem chinesischen Akteur. Zusammen kommen beide auf rund 20 Prozent.
Das Problem: Der US-Markt ist für Mercedes der zweitwichtigste weltweit. 2025 verkaufte der Konzern dort über 343.000 Fahrzeuge. In Tuscaloosa, Alabama, betreibt Mercedes eine große Fabrik, die unter anderem die margenstarken SUV-Modelle GLE und GLS fertigt.
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Wie real ist das Risiko?
Marktbeobachter relativieren: Der Entwurf sei noch weit von einer Verabschiedung entfernt und werde voraussichtlich noch Änderungen erfahren. Kurzfristig bleibt es ein politisches Risiko am Horizont — kein akutes operatives Problem. Entsprechend fiel die Kursreaktion moderat aus: Zu Handelsbeginn sackten die Papiere kurz um bis zu 1,2 Prozent ab, erholten sich aber schnell.
Charttechnik und Fundamentals
Das ist der aktuelle Kontext einer Aktie, die sich seit ihrem Jahrestief Anfang Mai bei rund 47,39 Euro bereits deutlich erholt hat. Vom Tief gemessen liegt die Erholung bei rund neun Prozent. Technisch relevant: Die Aktie notiert wieder knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt bei etwa 51,25 Euro — ein Signal, das Charttechniker positiv werten. Als nächste Hürde gilt die Marke von 55,21 Euro, dort verläuft der 200-Tage-Durchschnitt.
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Fundamental bleibt das Bild gemischt. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz um knapp fünf Prozent, das EBIT fiel um 17 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand jedoch ein deutliches Plus beim Betriebsergebnis, weil einmalige Restrukturierungskosten wegfallen. Die neue S-Klasse — über die Hälfte des Fahrzeugs wurde neu entwickelt, inklusive eigenem Betriebssystem und Plug-in-Hybrid-Antrieb — soll dabei als Zugpferd dienen.
Ob der Gesetzentwurf in Washington weiter an Fahrt gewinnt oder im Ausschuss versickert, wird mitentscheiden, wie schnell die Aktie den 200-Tage-Schnitt in Angriff nehmen kann.
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