Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie ist im September eingebrochen. Das Ifo-Geschäftsklima der Branche fällt auf minus 35 Punkte, auch die Exporterwartungen rutschen unter null. Für Mercedes-Benz kommt das zur Unzeit.
Jahrestief und Erholung
Zum Handelsstart am Montag rutschte die Aktie bis auf 39,40 Euro ab, den tiefsten Stand seit einem Jahr. Inzwischen hat sie sich ins Plus gedreht. Gestützt wird sie von weiteren Aktienrückkäufen des Konzerns.
Die Erholung ändert wenig am Gesamtbild. Auf Sicht von zwölf Monaten hat der Titel mehr als ein Viertel an Wert verloren. Unter Aktionären läuft deshalb eine Debatte über Trend, Bewertung und die Dividende. Manche fürchten eine Kürzung der Ausschüttung.
Chinesische Konkurrenz und staatliche Kaufhilfe
Ein Grund für die schlechte Branchenlaune sind chinesische Hersteller. Sie profitieren vom E-Auto-Boom in Deutschland. Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos hat inzwischen rund 100.000 Haushalte erreicht. Für den Stuttgarter Autobauer sorgt das bislang kaum für Entlastung, denn ein Teil der Nachfrage fließt offenbar zu den Wettbewerbern aus Fernost.
Analysten sehen dennoch Potenzial. Die Deutsche Bank hält ein Plus von mehr als 70 Prozent für möglich, was auf ein sehr hohes Kursziel hindeutet. Das ist eine ausgesprochen optimistische Einschätzung vor dem Hintergrund eines Jahrestiefs. Gleichzeitig verweisen Beobachter auf die Rolle des Autosektors als Konträr-Wette: Während der Nasdaq 100 dank KI-Werten neue Rekorde markiert, hinken Industriewerte wie Mercedes-Benz hinterher.
Was die Rückkäufe leisten können
Die laufenden Rückkäufe geben dem Kurs einen Boden, lösen die Probleme aber nicht. Entscheidend ist, ob die Aktie das Jahrestief bei 39,40 Euro verteidigt. Hält diese Marke, bleibt die Erholung vom Montag intakt. Fällt sie, rückt die Dividendenfrage noch stärker in den Mittelpunkt.
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