Mercedes-Benz legt in Japan seit heute den Zustand der Hochvoltbatterien zertifizierter gebrauchter Elektroautos offen. Damit erhalten Kaufinteressenten eine zusätzliche Grundlage für die Bewertung eines Fahrzeugs. Die Initiative verbindet Informationen zum Batteriezustand mit bestehenden Garantiebedingungen. Für Anleger ist sie ein konkreter Schritt im Elektroauto-Gebrauchtwagengeschäft, nicht die Ankündigung einer neuen Fahrzeugtechnologie.

Die Offenlegung betrifft den sogenannten SOH-Wert der Hochvoltbatterie. Händler ermitteln ihn mit einem Diagnosesystem und informieren anschließend die Interessenten. Das Angebot gilt für zertifizierte gebrauchte Elektroautos von Mercedes-Benz Japan. Plug-in-Hybride sind ausdrücklich ausgeschlossen. Der Geltungsbereich ist damit klar begrenzt: Es geht weder um sämtliche Gebrauchtwagen der Marke noch um eine weltweit angekündigte Regelung.

Restkapazität entscheidet über Batterieersatz

Die zusätzliche Information ist vor allem im Zusammenhang mit der Batteriegarantie relevant. Sinkt die Restkapazität innerhalb der Garantie unter 70 % des Neuzustands, wird die Batterie kostenlos ersetzt. Die gemessene Batteriegesundheit und die garantierte Mindestkapazität geben Käufern damit unterschiedliche Orientierung: Der Messwert beschreibt den Zustand, die Garantie regelt den Ersatzfall.

Für EQA, EQB und EQC sowie die genannten CLA-Modelle und den GLC electric beträgt die Garantie 8 Jahre oder 160.000 Kilometer ab Erstzulassung. Maßgeblich ist, welche Grenze zuerst erreicht wird. Diese Unterscheidung ist beim Gebrauchtwagenkauf wichtig: Nicht nur das Alter bestimmt den Garantierahmen, sondern auch die Laufleistung.

Eine längere Absicherung gilt für EQE, EQS und deren SUV-Varianten sowie den Mercedes-Maybach EQS SUV. Hier nennt Mercedes-Benz Japan 10 Jahre oder 250.000 Kilometer. Auch bei diesen Fahrzeugen endet der Zeitraum mit dem zuerst erreichten Grenzwert. Die Garantiebedingungen unterscheiden sich somit je nach Modellgruppe.

Konkreter Ansatz im Gebrauchtwagengeschäft

Die Initiative setzt an einem klar umrissenen Punkt an: Käufer erhalten eine Diagnoseinformation zur Batterie des jeweiligen Fahrzeugs. Ein allgemeines Versprechen über Elektroautos ersetzt diese Einzelprüfung nicht. Gerade die Verbindung aus Messung, Händlerauskunft und modellabhängiger Garantie macht den Ansatz für das Gebrauchtwagengeschäft relevant.

Für die zweite Novemberhälfte plant Mercedes-Benz Japan außerdem eine Veranstaltung zur SOH-Messung im Mercedes-Benz Studio Tokyo. Sie ergänzt die Offenlegung beim Händler um einen weiteren Zugang zum Thema Batteriegesundheit. Der Anlegerfokus liegt damit auf der praktischen Umsetzung: Mercedes-Benz erweitert in Japan die Informationen für Käufer gebrauchter Elektroautos und verknüpft sie mit klar benannten Garantiegrenzen.