Am Dienstag rückte die Eigentümerstruktur von Mercedes-Benz in den Mittelpunkt der politischen Debatte in den Vereinigten Staaten. US-Senator Bernie Moreno erklärte, dass Verhandlungen liefen, um zu verhindern, dass ein geplanter Gesetzentwurf zu chinesischen Fahrzeugen den Stuttgarter Konzern vom US-Markt ausschließt.

Der Entwurf sieht vor, Unternehmen mit einer Beteiligung chinesischer Anteilseigner von mehr als 15 Prozent den Verkauf von Fahrzeugen in den USA zu untersagen.

Chinesische Investoren halten an Mercedes-Benz laut Reuters eine passive Beteiligung von knapp 20 Prozent. Sollte die Gesetzesinitiative ohne Anpassung greifen, drohen dem Autobauer empfindliche Einschränkungen im wichtigen nordamerikanischen Markt. Die Gespräche in Washington zielen darauf ab, eine Ausnahmeregelung oder Klarstellung für betroffene internationale Hersteller zu erwirken.

Druck auf die Profitabilität

Die politischen Unwägbarkeiten treffen auf ein ohnehin anspruchsvolles Branchenumfeld. Am Dienstag senkte Deutsche Bank Research das Kursziel für die Aktie von 73 auf 70 Euro, beließ die Einstufung jedoch auf „Buy“. Die Expertenanpassung reflektiert die gedämpften Erwartungen an die kurzfristige Ertragsentwicklung.

Zusätzlicher Handlungsbedarf besteht an den Heimatstandorten. Laut Medienberichten unter Berufung auf die WirtschaftsWoche plant das Management, die Arbeitskosten in Deutschland um 800 Millionen Euro zu senken. Zu den diskutierten Maßnahmen gehören demnach eine Verlängerung der Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich sowie Kürzungen oder Streichungen von Sonderzahlungen. Mercedes-Benz lehnte laut Reuters einen Kommentar zu den Verhandlungen ab.

Warnung vor Werksschließungen

Bereits am 21. September hatte Produktionsvorstand Michael Schiebe gewarnt, dass ohne signifikante Kostensenkungen ein deutsches Montagewerk und ein deutsches Antriebswerk schließen müssten. Das Unternehmen erklärte, deutsche Standorte und Beschäftigung erhalten zu wollen, sofern die Produktivität steigt. Zugleich stufte der Konzern die Fertigung im Inland wegen der hohen Arbeitskosten als international nicht mehr wettbewerbsfähig ein.

Am Aktienmarkt spiegeln sich die strukturellen und regulatorischen Belastungen deutlich wider. Am Freitag ging das Papier bei 39,90 Euro aus dem Handel und liegt damit nur noch 0,5 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus auf 34 Prozent.

Parallel zu den Kostendiskussionen setzt der Konzern die technologische Neuausrichtung fort. Am 24. September vereinbarte Mercedes-Benz mit der ProLogium Holding gemeinsame Tests von Festkörperbatteriezellen der vierten Generation. Im Rahmen dieser Kooperation sicherte sich das Unternehmen vorrangigen Zugang zu den Testreihen der neuen Zellgeneration.