Ein leichtes Plus zum Wochenausklang ändert wenig. Bei Mercedes-Benz klaffen Anspruch und Börsenrealität derzeit weit auseinander. Die Aktie notiert gefährlich nah am jüngsten Tief.
Am Freitag schloss das Papier bei 45,09 Euro. Das entspricht einem Tagesgewinn von rund einem Prozent. Seit Jahresanfang steht dennoch ein massiver Verlust von 26,87 Prozent auf der Kurstafel.
Der jüngste Ausverkauf drückte den Kurs am 18. Juni auf ein neues Jahrestief. Die Marke von 43,99 Euro dient nun als kritische Unterstützung. Der RSI-Wert von 32,5 signalisiert einen technisch überverkauften Zustand. Ein echtes Kaufsignal bleibt aber aus.
China bremst das Geschäft
Operativ kämpft der Autobauer mit Gegenwind. Im ersten Quartal 2026 setzte der Konzern knapp 31,6 Milliarden Euro um. Das operative Ergebnis lag bei 1,9 Milliarden Euro.
Die wichtige Pkw-Sparte erreichte eine bereinigte Umsatzrendite von 4,1 Prozent. Damit liegt Mercedes-Benz genau in der eigenen Zielspanne. Weltweit verkaufte das Unternehmen gut 419.400 Fahrzeuge.
Ein starkes Europa-Geschäft stützt die Bilanz. Hier stieg der Absatz von Elektroautos um 34 Prozent. In China herrscht indes ein intensiver Preiskampf. Die verhaltene Nachfrage dort belastet die Premiumstrategie spürbar.
Wichtige Termine im Blick
In der neuen Woche prasseln wichtige Konjunkturdaten auf die Märkte ein. Am 23. Juni veröffentlicht der Verband ACEA die europäischen Neuzulassungen. Am Folgetag steht der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex an.
Auch das Verbrauchervertrauen in der EU steht auf der Agenda. Schwache Stimmungsdaten treffen Hersteller von Luxusautos meist direkt. Die Folge: Zögerliche Käufer verschieben teure Anschaffungen auf bessere Zeiten.
Unternehmensseitig präsentiert sich das Management am Dienstag auf einer Investorenkonferenz in Baden-Baden. Spannender wird es Ende Juli. Dann öffnet Mercedes-Benz die Bücher für das zweite Quartal.
Kurzfristig bleibt die Lage angespannt. Fällt der Kurs unter die Unterstützung von 43,99 Euro, drohen weitere Abverkäufe. Für eine echte Entspannung muss die Aktie zunächst den 50-Tage-Durchschnitt bei 49,98 Euro zurückerobern.
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