Mercedes-Benz bekommt ein neues politisches Problem in den USA. Ein Gesetzesentwurf könnte Hersteller treffen, die mit chinesischen Staats- oder Unternehmensinteressen verbunden sind. Für die Stuttgarter ist das heikel, weil zwei große Anteilseigner aus China stammen.
Noch ist nichts beschlossen. Genau darin liegt der Punkt: Der Markt muss ein Risiko einpreisen, das schwer zu beziffern ist.
US-Entwurf zielt auf China-Verbindungen
Nach einem CNBC-Bericht könnte der „Motor Vehicle Modernization Act of 2026“ im Extremfall auch Mercedes-Benz erfassen. Der Entwurf adressiert Hersteller mit direkter oder indirekter Beteiligung einer Regierung aus einem „foreign adversary“. Dazu zählt China.
Der politische Prozess läuft noch. Die Automotive Service Association meldete, dass der Energie- und Handelsausschuss des US-Repräsentantenhauses H.R. 7389 in einem Markup vorangebracht hat. Das Paket betrifft unter anderem NHTSA-Verfahren, digitale Rückrufhinweise und automatisierte Fahrsysteme.
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Für Mercedes-Benz zählt die Aktionärsstruktur. Die BAIC Group hält laut Investor-Relations-Seite 9,98 Prozent der Stimmrechte. Li Shufu kommt über Tenaciou3 Prospect Investment Limited auf 9,69 Prozent. Zusammen ergibt das rechnerisch 19,67 Prozent.
Warum das in den USA Gewicht hat
Der US-Markt ist für Mercedes-Benz kein Randthema. Mercedes-Benz USA meldete für 2025 Retail Sales von 303.200 Pkw und 40.000 Vans. Zusammen waren es 343.200 Fahrzeuge.
Bei den Pkw lag der Absatz um 1 Prozent über dem Vorjahr. Gerade Premium-SUVs und Vans machen die USA für den Konzern wichtig. Ein politischer Filter beim Marktzugang würde daher direkt einen Kernmarkt berühren.
Hinzu kommt die Produktion in Alabama. Das Werk in Tuscaloosa baut unter anderem neue GLE- und GLS-Modelle. Es soll einen erheblichen Anteil an Investitionen von 4 Milliarden US-Dollar erhalten.
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Am Standort arbeiten laut Konzern rund 5.800 Menschen. Mercedes-Benz verweist außerdem auf mehr als 58.000 Jobs bei Zulieferern und Dienstleistern in der Region. Das macht die Debatte auch lokalpolitisch sensibel.
Aktie erholt, Risiko bleibt
Der Kurs hatte sich zuletzt technisch gefangen. Die Aktie ging am Freitag bei 52,07 Euro aus dem Handel und verlor 0,91 Prozent. Seit Jahresanfang steht trotzdem ein Minus von 15,54 Prozent zu Buche.
Damit trifft die politische Meldung auf eine Aktie, die kurzfristig stabiler wirkt, aber längerfristig angeschlagen bleibt. Kurz gesagt: ein neues Risiko. Es betrifft nicht Absatz, Marge oder Modellanläufe, sondern die Frage, ob Eigentümerstrukturen künftig den US-Zugang erschweren.
Eine separate Senatsinitiative zeigt, wie breit die Debatte läuft. Senator Bernie Moreno und Senatorin Elissa Slotkin treiben den „Connected Vehicle Security Act of 2026“ voran. Er soll Fahrzeuge und vernetzte Fahrzeugtechnologien aus China oder anderen betroffenen Ländern stärker beschränken.
Für die nächste Handelswoche zählt daher der Fortgang in Washington. Solange der Entwurf nicht verabschiedet ist, bleibt das Szenario hypothetisch. Konkret belastend wäre jede Formulierung, die chinesische Beteiligungen bei globalen Herstellern ausdrücklich als Ausschlusskriterium behandelt.
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