Ein Gesetzesvorhaben im US-Senat sorgt für politische Aufmerksamkeit rund um die Eigentümerstruktur der Mercedes-Benz Group. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, haben die Befürworter eines Entwurfs gegen chinesisch verbundene Fahrzeuge eine Abstimmung auf November verschoben.

Der Plan sieht vor, Beschränkungen für Autobauer zu verhängen, an denen chinesische Anteilseigner mit mehr als 15 Prozent beteiligt sind. Bei dem Stuttgarter Konzern liegt dieser Wert nach Reuters-Angaben bei knapp 20 Prozent passiver Beteiligung.

Der republikanische Mitinitiator Bernie Moreno erklärte dazu, dass Gespräche laufen, um sicherzustellen, dass Mercedes-Benz nicht von Verkäufen auf dem wichtigen US-Markt ausgeschlossen wird. Die Verschiebung des Votums verschafft dem Hersteller zwar vorerst Zeit, unterstreicht jedoch die geopolitischen Risiken, denen international aufgestellte Autokonzerne derzeit ausgesetzt sind.

Messepremieren in Paris vor Quartalszahlen

Mitten in dieser Debatte bereitet der Autobauer neue Produktvorstellungen vor. Für den Pariser Autosalon vom 12. bis 18. Oktober kündigte das Unternehmen mehrere Premieren an. Gezeigt werden sollen dort unter anderem die Neuauflagen von GLA und GLE, der AMG CLA 45, der viertürige AMG GT sowie der vollelektrische VLE. Die offizielle Pressekonferenz auf der Messe ist für den 12. Oktober um 14:45 Uhr MESZ terminiert.

Die Modellpräsentationen fallen in eine anspruchsvolle Phase vor dem anstehenden Finanzbericht. Am 28. Oktober veröffentlicht die Mercedes-Benz Group ihren Zwischenbericht für das dritte Quartal 2026. Analysten und Anleger blicken mit Spannung auf die Kennzahlen, nachdem Produktionsvorstand Michael Schiebe jüngst vor Belegschaftsvertretern auf Einsparungen gedrängt und Reuters auf das schwächere China-Geschäft sowie höhere US-Zölle als Belastungsfaktoren hingewiesen hatte.

Hoher Druck auf dem Aktienkurs

Am Kapitalmarkt hinterlassen die operativen und regulatorischen Unwägbarkeiten deutliche Spuren. Im Xetra-Handel ging das Papier am Freitag bei 39,90 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht summiert sich der Rückgang bei der Aktie mittlerweile auf ein Minus von 34 Prozent seit Jahresanfang. Mit einem Tiefststand von 39,70 Euro markierte der Titel erst am Freitag eine neue Jahrestiefmarke.

Um das Vertrauen der Investoren zu stützen, setzt das Management unterdessen weiter auf Kapitalmaßnahmen. Wie Pflichtmitteilungen zeigen, stockte der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock seine Beteiligung an den Stimmrechten leicht auf 6,04 Prozent auf.

Zugleich kaufte der Konzern selbst im Rahmen seines laufenden Programms vor gut einer Woche weitere eigene Anteile zurück, was die Gesamtzahl der Rückkäufe im September auf fast drei Millionen Stück brachte. Die kommenden Wochen mit dem Pariser Autosalon und den Zwischenzahlen am 28. Oktober dürften nun zeigen, ob die operative Entwicklung den Abwärtstrend bremsen kann.