Meta beendet die letzte Mai-Woche mit einem Wochenplus von über drei Prozent – unter der Oberfläche brodelt es jedoch. Gleich mehrere Regulierungsvorfälle belasten den Social-Media-Konzern. Der Kurs schloss am Freitag bei 542,00 Euro, ein Wochengewinn von 3,02 Prozent. Doch der RSI von 89,6 signalisiert ein stark überkauftes Niveau.

Indien: 80 Prozent aller Verstöße auf Meta-Plattformen

Der Werberat Indiens (ASCI) hat Meta als Hauptverantwortlichen für irreführende Digitalanzeigen identifiziert. Fast 80 Prozent aller beanstandeten Werbeanzeigen im Fiskaljahr 2026 liefen über die Plattformen des Konzerns. Besonders auffällig: Offshore-Wettangebote und Immobilienanzeigen, die gegen lokale Vorschriften verstoßen.

Für Indien, einen der wichtigsten Wachstumsmärkte, ist das ein problematischer Befund. Das Land verlangt eine Dreistundenfrist zur Löschung regelwidriger Inhalte – eine Vorgabe, die Meta immer wieder unter Druck setzt. Investoren sehen hier steigende Kosten für Moderation und Compliance.

KI-Training unter Datenschutz-Verdacht

Parallel dazu gerät Metas interne KI-Entwicklung ins Visier europäischer Datenschützer. Die sogenannte „Model Capability Initiative“ zeichnet Mausbewegungen und Tastatureingaben von Mitarbeitern auf, um KI-Agenten zu trainieren. Meta betont, die Software laufe nur auf US-Geräten. Allerdings räumte der Konzern ein, dass dabei auch E-Mails und Nachrichten von Nicht-US-Beschäftigten erfasst werden könnten, wenn diese mit US-Kollegen kommunizieren.

Europäische Bürgerrechtsgruppen sehen darin einen potenziellen Verstoß gegen die DSGVO. Die Daten wurden ursprünglich für Arbeitskommunikation erhoben – nicht für KI-Training. Ein neuer Rechtskonflikt zeichnet sich ab.

Restrukturierung abgeschlossen

Im späten Mai schloss Meta einen tiefgreifenden Umbau ab: Rund 8.000 Stellen wurden gestrichen – etwa zehn Prozent der Belegschaft. Gleichzeitig wechselten 7.000 Mitarbeiter in neue KI-Positionen. Das Management erklärte, für den Rest des Jahres seien keine weiteren Massenentlassungen geplant.

Die Investitionen in KI-Infrastruktur treibt Meta massiv voran. Für 2026 sind Investitionsausgaben zwischen 125 und 145 Milliarden Dollar eingeplant – ein gewaltiger Sprung, der die Margen langfristig unter Druck setzen könnte.

Die nächsten Quartalszahlen im Juli werden zeigen, ob sich der Spagat zwischen KI-Expansion und steigenden Compliance-Kosten ausgeht. Der Aktienkurs notiert mit rund 542 Euro gut 20 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch aus dem Juli 2025. Analysten sehen gleichwohl Aufwärtspotenzial bis zu einem Median-Kursziel umgerechnet von rund 700 Euro.