Am Freitag hat die Optikerkette Hans Anders den Verkauf der Ray-Ban-Smart-Glasses von Meta Platforms in den Niederlanden und Belgien ausgesetzt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, reagiert das Unternehmen damit auf Datenschutzbedenken im Zusammenhang mit den kamerabasierten Brillen. Für Meta bedeutet der Vertriebsstopp einen Dämpfer bei der Etablierung tragbarer Hardware auf wichtigen europäischen Märkten.

Datenschutzbedenken begleiten die Expansion

Der Schritt der Handelskette fällt zeitlich mit einer Verschärfung juristischer Risiken in den USA zusammen. Am Donnerstag forderte der US-Bundesstaat New Mexico vor Gericht Strafzahlungen in Höhe von $35 Milliarden bis $40 Milliarden gegen Meta Platforms.

Eine Jury hatte zuvor geurteilt, dass der Konzern Verbraucher bezüglich des Datenschutzes auf Facebook getäuscht habe. Richter Francis Mathew wird voraussichtlich im weiteren Verlauf des Monats eine Entscheidung über das Strafmaß verkünden.

Die gleichzeitigen Bedenken auf beiden Seiten des Atlantiks treffen den Technologiekonzern an einer sensiblen Schnittstelle. Während die Datenverarbeitung im Online-Kerngeschäft bereits seit Jahren unter behördlicher Beobachtung steht, geraten nun auch neue Hardware-Konzepte verstärkt in den Fokus von Handelspartnern und Aufsichtsbehörden.

Ausbau der KI-Infrastruktur für Firmenkunden

Abseits der Vertriebs- und Rechtsfragen baut Meta seine technologische Basis weiter aus. Am Dienstag meldete der Infrastrukturanbieter Firmus Vereinbarungen mit Meta über GPU-Rechenkapazitäten in Rechenzentren in Südostasien. Finanzielle Details der Kooperation gaben die Parteien nicht bekannt.

Flankiert wird dieser Kapazitätsausbau durch eine organisatorische Neuausrichtung im Geschäftskundenbereich. Am 28. September stellte das Unternehmen die Meta Enterprise Platform vor, um eigene KI-Modelle und Softwarewerkzeuge gezielt Firmenkunden zugänglich zu machen. Die Führung dieser Einheit übernimmt Chirantan „CJ“ Desai, der zuvor als CEO des Datenbankanbieters MongoDB tätig war und nun als Chief Enterprise Platform Officer agiert.

Notierung behauptet sich nahe Jahreshöchststand

Am Aktienmarkt zeigten sich die Anteilsscheine von den jüngsten Gegenwinden weitgehend unbeeindruckt. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei 646,80 Euro. Damit trennen die Aktie lediglich 5,7 Prozent von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 685,90 Euro. Ob die Bewertung dieses Niveau halten kann, wird maßgeblich davon abhängen, wie Richter Mathew im Verfahren in New Mexico entscheidet und ob der Verkaufsstopp in den Benelux-Ländern Schule macht.