Meta baut seine KI-Infrastruktur massiv aus und vervielfacht die Investitionen in Texas auf zehn Milliarden US-Dollar. An der Wall Street sorgt diese gigantische Kapitalbindung jedoch für wachsende Skepsis. Da dem Konzern im Gegensatz zur Konkurrenz ein lukratives Cloud-Geschäft fehlt, fordern die enormen Ausgaben nun ihren Tribut.

Gigantisches Rechenzentrum in Texas

Der Social-Media-Konzern schraubt sein Engagement im texanischen El Paso drastisch nach oben. Ursprünglich waren 1,5 Milliarden US-Dollar für das dortige Rechenzentrum veranschlagt, nun fließen ganze zehn Milliarden in das Projekt. Bis 2028 soll die Anlage mit einer Kapazität von einem Gigawatt ans Netz gehen.

Dieser Schritt ist Teil einer gewaltigen Infrastruktur-Initiative. Insgesamt plant das Unternehmen in diesem Jahr Kapitalausgaben von bis zu 135 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil davon fließt in die Beschaffung von Chips und Systemen, wofür Meta kürzlich weitreichende Abkommen mit Nvidia, AMD und Arm geschlossen hat.

Fehlendes Cloud-Geschäft als Schwachstelle

Genau diese massiven Kapitalbindungen rufen nun die Wall Street auf den Plan. Während Tech-Rivalen wie Microsoft, Amazon oder Google ihre teuren KI-Investitionen direkt über eigene Cloud-Dienste monetarisieren können, fehlt Meta dieses entscheidende Standbein. Marktbeobachter bemängeln zudem, dass die hauseigenen KI-Modelle im Vergleich zu Branchenführern wie OpenAI oder Anthropic noch hinterherhinken.

Erschwerend kamen am gestrigen Donnerstag juristische Niederlagen in mehreren aufsehenerregenden Gerichtsverfahren hinzu. Diese juristischen Rückschläge trafen auf einen Markt, der ohnehin schon sensibel auf die fehlenden kurzfristigen Umsatzpotenziale der KI-Strategie reagierte.

Marktkapitalisierung schmilzt

Die Kombination aus explodierenden Kosten und rechtlichem Gegenwind hinterlässt tiefe Spuren im Chart. Nach dem Kursrutsch auf 475,70 Euro am Donnerstag verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn mittlerweile ein Minus von 13,83 Prozent. Im Zuge dieses Ausverkaufs büßte der Konzern zeitweise 119 Milliarden US-Dollar an Börsenwert ein und rutschte im Ranking der wertvollsten US-Unternehmen auf den achten Platz ab.

Trotz des deutlichen Rücksetzers halten die meisten Analysten laut Konsensschätzungen an ihren Kaufempfehlungen fest. Die zentrale Herausforderung für das Management besteht nun darin, den größten Investitionszyklus der Firmengeschichte parallel zu den laufenden Umstrukturierungen und rechtlichen Auseinandersetzungen profitabel zu steuern.