Meta-Aktionäre blicken auf ein gespaltenes Bild. Einerseits sehen Analysten ein milliardenschweres Wachstumsfeld, das bislang kaum erschlossen ist. Andererseits verlagert sich der regulatorische Druck auf die EU-Ebene — mit ungewissem Ausgang.
Die Aktie notiert aktuell bei 511,60 Euro, ein Plus von rund 0,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht allerdings ein Minus von knapp acht Prozent zu Buche.
Truist sieht 20 Milliarden im Abo-Modell
Truist Securities hat seine Kaufempfehlung für Meta bekräftigt — und begründet das mit einer konkreten Zahl. Neue Abo-Stufen auf Facebook, Instagram, WhatsApp und Meta AI könnten bis 2030 mehr als 20 Milliarden Dollar pro Jahr einbringen. Das entspräche rund fünf Prozent des dann erwarteten Gesamtumsatzes.
Heute fließen mehr als 99 Prozent der Einnahmen aus Werbung. Ein hybrides Modell aus Anzeigen und Abonnements würde die Abhängigkeit von einem einzigen Einnahmekanal spürbar reduzieren. Kein unwichtiger Punkt, wenn man bedenkt, wie viel Kapital Meta gerade verbrennt.
Italien gibt ab, Brüssel übernimmt
Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM hat ihre Untersuchung zu WhatsApps KI-Funktionen eingestellt. Die Behörde hatte seit Juli 2025 geprüft, ob Meta KI-Bots ohne ausdrückliche Nutzereinwilligung integriert und dabei eine marktbeherrschende Stellung missbraucht hat.
Freispruch ist das nicht. Die Europäische Kommission weitet ihre eigene Untersuchung auf Italien aus und übernimmt den Fall. Für Meta bedeutet das: weniger lokale Baustellen, aber ein zentralerer Gegner in Brüssel.
Capex verdoppelt, Cloud als Zukunftsoption
Der Investitionszyklus läuft auf Hochtouren. Meta plant für 2026 Investitionsausgaben zwischen 125 und 145 Milliarden Dollar — fast doppelt so viel wie die 72 Milliarden Dollar im Vorjahr. Das Geld fließt in Rechenzentren und spezialisierte KI-Chips.
CEO Mark Zuckerberg hat auf der Hauptversammlung Anfang Juni eine mögliche neue Einnahmequelle angedeutet: überschüssige Rechenkapazität an externe Kunden vermieten. Aktuell nutzt Meta seine gesamte Infrastruktur intern. Sollte sich das ändern, träte Meta in direkten Wettbewerb mit Google Cloud und Amazon Web Services.
Charttechnik zeigt Belastung
Technisch bleibt die Aktie unter Druck. Mit 511,60 Euro liegt der Kurs rund vier Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 531,95 Euro und gut neun Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Das 52-Wochen-Hoch von 677,80 Euro aus dem Juli 2025 ist fast 25 Prozent entfernt. Der RSI von 43 signalisiert neutrales Terrain — weder überkauft noch überverkauft.
Den nächsten wichtigen Termin liefert das zweite Quartal: Meta veröffentlicht seine Zahlen voraussichtlich Ende Juli. Dann wird sich zeigen, ob das Capex-Programm erste sichtbare Früchte trägt — oder die Marge weiter belastet.
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