Metaplanet will Japans Bitcoin-Landschaft neu gestalten. Der Tokioter Konzern kauft einen Wertpapierdienstleister auf und baut seine Bitcoin-Bestände weiter aus — zwei Züge, die zeigen, wie ernst es dem Unternehmen mit seiner Digitalstrategie ist.
Siiibo Securities wird zu Metaplanet Securities
Am 12. Juni 2026 gab Metaplanet den Kauf von 100 Prozent der Anteile an Siiibo Securities bekannt. Der Kaufpreis liegt bei rund 2,1 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 13 Millionen Dollar. Nach dem geplanten Abschluss im Juli firmiert das Unternehmen als Metaplanet Securities Co., Ltd.
Hinter der Akquisition steckt das interne Programm „Project Nova“. Ziel ist ein Bitcoin-zentriertes Finanzökosystem für japanische Privatanleger. CEO Simon Gerovich sieht dafür einen riesigen Markt: Japanische Haushalte horten umgerechnet rund 7,1 Billionen Dollar in Bargeld und Einlagen. Mit dem Übergang von Deflation zu Inflation suchen diese Anleger zunehmend nach renditestarken Alternativen — genau hier will Metaplanet ansetzen.
40.177 Bitcoin im Tresor
Im ersten Quartal 2026 kaufte Metaplanet 5.075 Bitcoin für rund 405 Millionen Dollar. Der durchschnittliche Einstandspreis lag bei etwa 79.900 Dollar je Coin. Damit hält das Unternehmen nun insgesamt 40.177 BTC und ist weltweit der drittgrößte börsennotierte Unternehmenshalter von Bitcoin.
Die gesamten Anschaffungskosten belaufen sich auf rund 4,18 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Durchschnittspreis von 104.106 Dollar pro Bitcoin. Den selbst definierten „Bitcoin Yield“ — das Wachstum der Bitcoin-Bestände je Aktie — beziffert Metaplanet für 2026 bislang auf 2,8 Prozent.
Langfristig peilt das Unternehmen 210.000 BTC bis Ende 2027 an.
Kurs weit unter Jahreshoch
An der Börse legte die Metaplanet-Aktie am Freitag um 8,37 Prozent auf 1,35 Euro zu. Das klingt stark, relativiert sich aber schnell: Im Jahresverlauf steht noch ein Minus von knapp 40 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 11,40 Euro aus dem Juni 2025 ist die Aktie mehr als 88 Prozent entfernt.
Den nächsten Quartalsbericht erwartet der Markt im August 2026. Bis dahin wird sich zeigen, ob die Siiibo-Übernahme und die Bitcoin-Strategie gemeinsam genug Vertrauen zurückgewinnen, um den Abwärtstrend zu brechen.
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