Metaplanet hat im Juli keine Aktien zurückgekauft und auch keine der ausstehenden Bezugsrechte aus der 27. Serie seiner Aktienbezugsrechte wurden ausgeübt. Das teilte das japanische Unternehmen am Montag mit. Die Pflichtmitteilung liefert damit ein nüchternes Bild eines Unternehmens, das zuletzt vor allem durch aggressive Bitcoin-Käufe und Kapitalmaßnahmen aufgefallen war – nun herrscht in diesem Bereich offenbar Stillstand.

Ganz anders sieht es bei den Eigentumsverhältnissen aus. Der US-Vermögensverwalter Capital Research and Management Company, eine Einheit der Capital Group, hat seinen Stimmrechtsanteil an Metaplanet auf 10,63 Prozent erhöht, nach zuvor 9,32 Prozent. Das geht aus einer Offenlegung hervor, die Metaplanet am 21. Juli veröffentlichte und die den Stichtag 13. Juli nennt. Capital Research hält damit 136.059.120 Aktien und hat seinen Bestand um rund 17,4 Millionen Papiere aufgestockt. Der Wert des Pakets liegt Medienberichten zufolge bei etwa 203 Millionen Dollar. Capital Research bleibt damit größter Anteilseigner von Metaplanet.

Bitcoin-Tempo verlangsamt sich deutlich

Die Aufstockung durch Capital Research fällt in eine Phase, in der Metaplanet sein Bitcoin-Kauftempo merklich gedrosselt hat. Im zweiten Quartal erwarb das Unternehmen 2.823 Bitcoin für knapp 35,9 Milliarden Yen, umgerechnet rund 222 Millionen Dollar. Der Gesamtbestand wuchs damit auf 43.000 Bitcoin, was einem Durchschnittspreis von etwa 78.608 Dollar pro Coin entspricht. Es war der kleinste Quartalszukauf seit einem Jahr – ein deutlicher Kontrast zu den 17.473 Bitcoin, die Metaplanet im dritten Quartal 2025 noch eingesammelt hatte.

Zum 30. Juni bewertete Metaplanet seinen Bestand mit rund 409 Milliarden Yen, etwa 2,5 Milliarden Dollar. Bezahlt hatte das Unternehmen dafür 659 Milliarden Yen, umgerechnet 4,07 Milliarden Dollar – ein Buchverlust von rund 1,5 Milliarden Dollar. Die selbst gesetzten Ziele von 100.000 Bitcoin bis Ende 2026 und 210.000 Bitcoin bis Ende 2027 rücken angesichts des gedrosselten Kauftempos in weitere Ferne.

Neues Standbein mit Siiibo Securities

Neben dem Kerngeschäft treibt Metaplanet den Ausbau eines regulierten Finanzgeschäfts voran. Die Übernahme von Siiibo Securities wurde am 13. Juli formal abgeschlossen, Metaplanet zahlte dafür rund 2,1 Milliarden Yen, etwa 13 Millionen Dollar. Aus Siiibo wurde Metaplanet Securities, die neue Einheit soll im Rahmen des sogenannten Project Nova Bitcoin-besicherte Anleihen und digitale Kreditprodukte entwickeln. Dabei arbeitet Metaplanet mit JPYC und Progmat zusammen: Die Kombination aus Progmats Infrastruktur für Security Tokens und dem Stablecoin von JPYC soll yen-denominierte Renditeprodukte auf Bitcoin-Basis für japanische Anleger ermöglichen.

Kurs nahe Jahrestief, nächster Termin im Blick

An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus stockenden Zukäufen, hohen Buchverlusten und strategischer Neuausrichtung in einem angeschlagenen Kursbild. Die Aktie notiert aktuell bei 1,22 Euro und legt am heutigen Freitag um 0,93 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 45,24 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Tief von 1,04 Euro, erreicht am 30. Juni, hält das Papier derzeit einen Abstand von 17,29 Prozent nach oben – die Aktie bewegt sich damit zwar über ihrem Jahrestief, aber weiterhin weit entfernt von früheren Höchstständen.

Anleger richten den Blick nun auf den 13. August, wenn Metaplanet seine nächsten Quartalszahlen vorlegt. Dann dürfte sich zeigen, ob das reduzierte Kauftempo bei Bitcoin von Dauer ist und wie sich die neue Wertpapiersparte im Zusammenspiel mit den ambitionierten Bestandszielen entwickelt.