Metaplanet hat eine Finanzierungsrunde über umgerechnet rund 531 Millionen US-Dollar abgeschlossen — und dabei nicht einfach neue Aktien ausgegeben. Das japanische Unternehmen hat einen Mechanismus eingeführt, der Verwässerung strukturell verhindern soll, während die Bitcoin-Bestände weiter wachsen.

Der mNAV-Mechanismus im Detail

Kern der neuen Kapitalstrategie ist eine sogenannte mNAV-Klausel (Multiple to Net Asset Value), die erstmals an Aktienbezugsrechte geknüpft wird. Die Warrants können nur ausgeübt werden, wenn die Aktie mindestens das 1,01-fache des modifizierten Nettoinventarwerts erreicht — also wenn der Börsenwert die Bitcoin-Bestände des Unternehmens wertmäßig übertrifft. Neue Aktien werden damit nur dann ausgegeben, wenn der Bitcoin-Bestand je Aktie dadurch tatsächlich steigt.

Gleichzeitig hat Metaplanet die Ausübung älterer Warrants für bis zu 210 Millionen Aktien ausgesetzt, um die neue Struktur zu priorisieren. Fällt der mNAV unter 1, sollen Kapitalerhöhungen über Stammaktien pausiert und stattdessen Aktienrückkäufe eingesetzt werden.

Die jüngste Tranche umfasste eine Aktienplatzierung über 40,8 Milliarden Yen (rund 255 Millionen US-Dollar) zu einem Aufschlag von 2 Prozent auf den Referenzpreis, ergänzt durch Warrants mit einem Ausübungspreis von 10 Prozent über dem Referenzpreis — diese könnten weitere 44,5 Milliarden Yen einbringen.

Yen-Schwäche als strategischer Rückenwind

Das Modell erinnert an MicroStrategys Ansatz in den USA, enthält aber eine zusätzliche Dimension: Für ein japanisches Unternehmen bietet die Bitcoin-Strategie zugleich eine implizite Absicherung gegen die strukturelle Yen-Schwäche. Kapital, das in Bitcoin gehalten wird, entzieht sich der Währungsabwertung.

Metaplanet hält aktuell 35.102 BTC im Wert von rund 2,57 Milliarden US-Dollar — und ist damit viertgrößtes börsennotiertes Bitcoin-Treasury-Unternehmen weltweit. Der mNAV liegt derzeit bei 1,21, allerdings steht noch ein unrealisierter Verlust von 1,21 Milliarden US-Dollar in den Büchern. Das langfristige Ziel bleibt 210.000 BTC; bis Jahresende sollen es zunächst 100.000 BTC sein.

Infrastruktur statt reiner Akkumulation

Parallel zur Finanzierungsrunde hat Metaplanet die Tochtergesellschaft Metaplanet Ventures K.K. gegründet. Über zwei bis drei Jahre sollen rund 4 Milliarden Yen (etwa 27 Millionen US-Dollar) in regulierte Bitcoin-Finanzinfrastruktur in Japan fließen — über einen Venture-Arm, einen Inkubator für frühe Bitcoin-Startups sowie ein Förderprogramm für Open-Source-Entwickler. Erste Investition: 400 Millionen Yen in den Yen-Stablecoin-Emittenten JPYC Inc.

Die Aktie legte im US-OTC-Handel auf die Ankündigung hin rund 6 Prozent zu. Über die vergangenen zwölf Monate hat sich der Kurs um rund 740 Prozent erhöht, war zuletzt jedoch im Zuge der Bitcoin-Korrektur deutlich unter Druck geraten — die 52-Wochen-Spanne reicht von 284 bis 1.930 Yen.