Metaplanet-Chef Simon Gerovich verzichtet auf einen Teil seiner Aktienvergütung im Wert von 123 Millionen Dollar. Das teilte das japanische Unternehmen im Rahmen einer umfassenden Neuordnung seines Vergütungsprogramms mit. Die Maßnahme betrifft den sogenannten Series-10-Plan, aus dem Gerovich rund 79 Millionen potenzielle Aktien aufgibt.
Pool um mehr als 41 Prozent gekürzt
Der gesamte Series-10-Pool schrumpft von 319,46 Millionen auf 188,19 Millionen potenzielle Aktien, ein Rückgang um 41,1 Prozent. Bei den bereits ausgegebenen, aber noch nicht ausgeübten Rechten fällt die Kürzung noch deutlicher aus: Sie sinken von 236,64 Millionen auf 105,37 Millionen Aktien, ein Minus von 55,5 Prozent.
Das Wandlungsverhältnis verschlechtert sich für die Optionsinhaber von 696 auf 410 Aktien pro Recht. Damit tilgt Metaplanet nach eigenen Angaben einen Warrantwert von mehr als 220 Millionen Dollar.
Der Ausübungspreis von umgerechnet 10 Yen je Aktie bleibt unverändert, ebenso die Lock-up-Frist bis August 2031. Verbleibende Ausübungen verschieben sich auf die Jahre 2029 bis 2031. Zudem zieht das Unternehmen ein geplantes langfristiges Anreizvehikel zurück und streicht das bisherige Options-Recycling-Programm für den Mitarbeiterpool. Für die künftige Ausgestaltung der Vorstandsvergütung hat Metaplanet einen globalen Berater beauftragt.
Als direkte Folge der Kürzung steigt der Anteil an Bitcoin je vollverwässerter Aktie um 8,8 Prozent, ohne dass das Unternehmen zusätzliche Bitcoin gekauft hat.
Der sogenannte BTC-Yield, eine von Metaplanet verwendete Kennzahl für die Bitcoin-Rendite je Aktie, war zuletzt deutlich zurückgegangen: von 129,4 Prozent im zweiten Quartal 2025 auf 2,8 Prozent im ersten Quartal 2026. Matthew Sigel von VanEck ordnete den Verzicht Gerovichs als Signal ein, das Management- und Aktionärsinteressen wieder stärker angleiche.
Reaktion auf Aktionärskritik
Die Entscheidung folgt auf anhaltenden Widerstand von Aktionären gegen das bisherige Vergütungsmodell, das mit hoher Verwässerung durch potenzielle Aktien verbunden war. Mit dem Verzicht reagiert das Management sichtbar auf diesen Druck und versucht, Vertrauen bei Investoren zurückzugewinnen.
Bemerkenswert ist der zeitliche Kontext: Gerovich hatte erst Ende August rund 92.000 Rechte zu dem genannten Ausübungspreis ausgeübt, was etwa 64,03 Millionen Aktien entsprach, bevor er nun einen erheblichen Teil seiner verbleibenden Ansprüche aufgibt.
Aktie bleibt unter Druck
Am Kapitalmarkt zeigt die Aktie bislang keine klare Erholung. Der Kurs schloss am Freitag bei 1,42 Euro, ein Plus von 2,6 Prozent auf Tagessicht, nachdem das Papier auf Wochensicht zuvor um 10 Prozent nachgegeben hatte.
Auf Jahressicht steht ein Rückgang von 36 Prozent zu Buche, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 4,07 Euro vom 11. September notiert die Aktie noch etwa 65 Prozent tiefer. Ob die Neuordnung der Vergütungsstruktur ausreicht, um das Vertrauen der Anleger nachhaltig zu stärken, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen, wenn sich die Kursreaktion auf die Ankündigung stabilisiert.
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