Der japanische Bitcoin-Halter Metaplanet steht vor strukturellen Weichenstellungen am Kapitalmarkt. Der Indexanbieter MSCI hat gestern neue Richtlinien beschlossen, nach denen Gesellschaften ohne wesentliche operative Geschäftstätigkeit aus den weltweiten Indizes gestrichen werden können.

In einer vorangegangenen Modellrechnung zählte auch Metaplanet zu den betroffenen Werten. Am gestrigen Donnerstag ging die Aktie bei einem Schlusskurs von 1,50 Euro aus dem Handel.

Neue Ausschlussregeln für globale Indizes

MSCI beabsichtigt, Unternehmen mit reinem Treasury-Schwerpunkt und ohne substanziellen Geschäftsbetrieb künftig nicht mehr in seinen Standardindizes zu führen. Die Regelung soll zum Börsenschluss am 30. November in Kraft treten. Eine endgültige Liste der betroffenen Titel will der Indexanbieter am 11. November veröffentlichen.

In einer Simulation auf Basis von Daten aus dem Mai zählte Metaplanet neben Strategy und Yellow Cake zu den potenziellen Streichkandidaten für den MSCI ACWI IMI. Für Anleger birgt ein Ausschluss das Risiko spürbarer Mittelabflüsse, da indexabbildende Fonds ihre Positionen auflösen müssten.

Allerdings greift das Regelwerk nicht unmittelbar: Bestehende Mitglieder werden grundsätzlich erst dann entfernt, wenn sie die operativen Anforderungen in zwei aufeinanderfolgenden jährlichen Überprüfungen verfehlen.

Abstimmung über Bitcoin-Transaktion

Abseits der Indexdiskussion treibt Metaplanet Kooperationen im Krypto-Sektor voran. Bei dem US-Unternehmen Super League Enterprise steht am heutigen Freitag eine Abstimmung der Anteilseigner über eine gemeinsame Vereinbarung an.

Erteilt die Versammlung ihre Zustimmung, soll Metaplanet 2.100 Bitcoin sowie 2,5 Millionen US-Dollar in bar einbringen. Im Gegenzug übernimmt das Unternehmen neu auszugebende Stammaktien des Partners.

Für die neu erworbenen Papiere gilt eine fünfjährige Haltefrist. Metaplanet bindet damit einen Teil seiner Krypto-Reserven: Am 18. August belief sich der gesamte Bitcoin-Bestand der Gesellschaft auf 43.000 Einheiten.

Geplante Wandelanleihe zur Entschuldung

Parallel dazu bereitet das Unternehmen Anpassungen an seiner Kapitalstruktur vor. Medienberichten zufolge plant Metaplanet die Ausgabe fünfjähriger, zinsloser Wandelanleihen über 329 Millionen US-Dollar.

Die Erlöse sollen vorrangig genutzt werden, um besicherte Bitcoin-Kredite abzulösen. Dadurch will das Unternehmen verhindern, eigene Krypto-Bestände für den Schuldendienst veräußern zu müssen. Zudem könnten Teile der Mittel Aktienrückkäufe unterstützen. Verbindlich fixiert sind die Konditionen und die genaue Mittelverwendung bislang allerdings nicht.

Die Maßnahmen zielen darauf ab, Zinslasten zu senken und die Bilanz zu stabilisieren. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 33 Prozent. Bei einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 1,99 Milliarden Euro hängen die weiteren Aussichten maßgeblich von der Umsetzung dieser Schritte ab.