Metaplanet überrascht mit einer ungewöhnlichen Ankündigung. Statt einer neuen Bitcoin-Kaufrunde oder Finanzierungsrunde präsentiert das japanische Unternehmen ein Aktionärsprogramm mit der deutschen Bierrestaurantkette Schmatz — und der Kurs reagiert trotzdem mit Verlusten.
Lotterietickets statt Krypto-News
Konkret verlost Metaplanet gemeinsam mit Kaiser Kitchen KK, dem Betreiber der Schmatz-Restaurants in Japan, E-Gutscheine im Wert von je 3.000 Yen an 1.000 Aktionäre. Das Gesamtvolumen des Programms liegt bei 3 Millionen Yen. Anspruchsberechtigt sind Aktionäre, die mindestens eine Handelseinheit — also 100 Aktien — zum Stichtag im Juni 2026 halten und sich über das Aktionärsportal anmelden.
Das Tier-System des Unternehmens spielt dabei eine Rolle. Silver-Aktionäre erhalten die Standardgewinnchance, während Gold-, Diamond- und Nakamoto-Tier-Inhaber doppelt so hohe Gewinnchancen haben. Die Gutscheine sollen nach der Bewerbungsphase im Herbst 2026 verschickt werden.
Metaplanet ordnet das Schmatz-Programm in die Kategorie „Joy“ ein — Teil eines übergeordneten Aktionärskonzepts rund um „Wealth, Health, and Joy“. Die Kaiser-Kitchen-Kooperation ist nach eigenen Angaben die erste Initiative unter dem Joy-Thema.
Kurs unter Druck, Loyalität als Ziel
Das Programm ändert weder die Kapitalstruktur noch das Bitcoin-Exposure des Unternehmens. Es ist ein Instrument zur Aktionärsbindung — kein finanzieller Katalysator.
Der Markt quittiert das entsprechend nüchtern. Die Aktie verliert am Dienstag rund 4,5 Prozent auf 1,26 Euro. Über 30 Tage summieren sich die Verluste auf fast 25 Prozent, seit Jahresbeginn auf mehr als 43 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,05 Euro — erreicht im Juni 2025 — ist der Kurs fast 90 Prozent entfernt.
Das Schmatz-Programm zielt erkennbar auf Kleinanleger, die sich stärker mit dem Unternehmen identifizieren sollen. Ob das gelingt, hängt allerdings weniger von Restaurantgutscheinen ab als von der weiteren Entwicklung der Bitcoin-Strategie und der Frage, wie Metaplanet künftige Kapitalmaßnahmen gestaltet. Beides bleibt der eigentliche Bewertungstreiber — und genau dort liefert die heutige Meldung keine Antworten.
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