Metaplanet steht unter Druck – diesmal nicht wegen des Bitcoin-Kurses, sondern wegen einer internen Machtfrage. Aktionäre des japanischen Bitcoin-Treasury-Unternehmens fordern die Streichung von 273 Millionen zusätzlichen Aktien, die aus dem zehnten Executive-Optionspool des Unternehmens stammen sollen.

Optionspool von 20 Prozent sorgt für Unmut

Der umstrittene Plan sieht vor, dass Führungskräfte Optionen im Umfang von 20 Prozent aller voll verwässerten Aktien erhalten. Brisant: Der Pool wächst automatisch mit, sobald Metaplanet neue Aktien zur Finanzierung weiterer Bitcoin-Käufe ausgibt.

Kritiker sehen darin eine strukturelle Verwässerung zulasten bestehender Anteilseigner, die sich mit jeder weiteren Kapitalmaßnahme verschärft. David Bailey, Chef von Bitcoin Magazine, verteidigte das Modell öffentlich und verwies darauf, dass sich der Optionspool über einen Zeitraum von fünf Jahren aufbaue.

Die Debatte reiht sich in eine Serie von Governance-Konflikten bei Metaplanet ein, die das Vertrauen in die Kapitalstruktur des Unternehmens zuletzt belastet haben. Vor gut einer Woche hatte bereits eine Änderung der Bezugsrechtsbedingungen für erheblichen Unmut gesorgt, seither hat die Aktie rund 18,6 Prozent verloren. Der neue Streit um den Optionspool trifft die Titel damit in einer ohnehin angespannten Phase.

Kurs bleibt unter Druck

Am Donnerstag schloss die Metaplanet-Aktie bei 1,38 Euro, nahezu unverändert zum Vortag mit einem Minus von 0,3 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Verlust von 38 Prozent zu Buche, binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs mehr als halbiert. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei rund 1,89 Milliarden Euro – ein Bruchteil dessen, was das Unternehmen auf dem Höhepunkt der Bitcoin-Treasury-Euphorie wert war.

Die anhaltende Governance-Debatte fällt in eine Phase, in der sich der breitere asiatische Krypto-Sektor deutlich dynamischer entwickelt. Laut Daten von Tracxn hat sich das Funding-Volumen für Krypto-Startups in Südostasien 2026 auf 680 Millionen Dollar verdoppelt, verteilt auf 25 Finanzierungsrunden – im Vorjahr waren es noch 319 Millionen Dollar bei 46 Runden.

Singapur dominiert dabei mit 82,5 Prozent des gesamten Equity-Fundings der Region und beherbergt mittlerweile 2.285 der 3.957 registrierten Blockchain-Firmen.

Konkurrenzdruck durch andere Bitcoin-Vehikel

Während Metaplanet mit internen Streitigkeiten kämpft, sortiert sich die globale Konkurrenz der Bitcoin-Treasury-Unternehmen neu. Strategy, vormals MicroStrategy, arbeitet aktiv daran, sein Kreditrating von S&P aus dem Ramschbereich (B-) herauszuführen, nachdem sich die Dollar-Liquidität des Unternehmens binnen eines Jahres von 54 Millionen auf 6,54 Milliarden Dollar vervielfacht hat. Ein Upgrade gilt laut S&P frühestens im Oktober 2026 als realistisch.

Für Metaplanet-Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die Aktionärsproteste gegen den Optionspool tatsächlich zu einer Anpassung der Ausgabebedingungen führen. Ein Scheitern der Forderungen dürfte den Vertrauensverlust vertiefen, den die jüngste Kursentwicklung bereits andeutet.

Der relative Stärke-Index von 43,2 signalisiert dabei weder überverkaufte noch überkaufte Bedingungen – der Markt scheint abzuwarten, wie das Unternehmen mit dem internen Konflikt umgeht.